Saint-Laurent-de-la-Salanque – 14.10.2026: Das Schwurgericht des Départements Pyrénées-Orientales hat am Mittwoch drei Männer wegen ihrer Beteiligung an einem tödlichen Brand im Februar 2022 zu langen Haftstrafen verurteilt. Die Brüder Khaled und Raouf Ben Abdeljelil erhielten jeweils 30 Jahre Freiheitsstrafe. Gegen Madjid Mekhelfi, der das Feuer gelegt hatte, verhängte das Gericht 25 Jahre. Das Urteil wurde in Perpignan verkündet.
Nach Überzeugung des Gerichts hatten die Brüder die Tat veranlasst, um Versicherungsleistungen für die Geschäftsräume zu erhalten. Das Feuer löste eine Explosion aus und griff auf zwei Gebäude über. Acht Menschen kamen ums Leben, darunter zwei Kleinkinder. Nach Medienberichten war der Versicherungsvertrag wenige Tage vor dem Brand zugunsten des Geschäftsbetreibers geändert worden.
Das Feuer war in der Nacht vom 13. auf den 14. Februar 2022 in einer Lebensmittelhandlung in Saint-Laurent-de-la-Salanque ausgebrochen. Die Flammen erreichten rasch die Wohnungen über dem Geschäft. Unter den Toten waren fünf Angehörige einer Familie, darunter ein vierjähriges Kind und ein 18 Monate altes Baby. Für acht Bewohner kam jede Hilfe zu spät.
Mekhelfi war nach dem Brand schwer verletzt in der Nähe des Ladens gefunden worden. Im Ermittlungsverfahren und während des Prozesses räumte er ein, im Auftrag der Brüder gehandelt zu haben. Nach seiner Darstellung waren ihm dafür eine Arbeitsstelle und Unterstützung bei der Regelung seines Aufenthaltsstatus versprochen worden. Im Verfahren erörterte Zeugenaussagen belegten zudem Kontakte zwischen ihm und den beiden Brüdern.
Khaled Ben Abdeljelil, der Betreiber des Geschäfts, und sein Bruder Raouf bestritten die Vorwürfe bis zuletzt. Nach Aussagen von Zeugen war Mekhelfi zeitweise bei Raouf Ben Abdeljelil untergebracht und half gelegentlich im Laden. Die Staatsanwaltschaft argumentierte, die Tat sei erst durch das Zusammenwirken aller drei Angeklagten möglich geworden. Das Gericht folgte den am Dienstag gestellten Strafanträgen der Anklage vollständig.
Zusätzlich ordnete es für alle drei Männer ein dauerhaftes Verbot an, sich auf französischem Staatsgebiet aufzuhalten. Die Brüder sind tunesische Staatsangehörige, Mekhelfi ist Algerier. Ein Anwalt der Familie einer getöteten jungen Mutter bezeichnete das Urteil nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP als Erleichterung für seine Mandanten. Mekhelfis Verteidiger hielt die Strafe gegen seinen Mandanten hingegen für zu hoch. Die beiden Brüder bestritten ihre Beteiligung während des gesamten Verfahrens.
Quellen
- Franceinfo
- AFP über Boursorama
- Le Parisien mit AFP
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