Paris – 27.08.2026: Der frühere Bildungsminister Jean-Michel Blanquer hält Édouard Philippe für geeignet, das Amt des französischen Staatspräsidenten zu übernehmen. In der Sendung "Les 4 Vérités" von France 2 sagte Blanquer am Donnerstag, der Vorsitzende der Partei Horizons gehöre zu den Persönlichkeiten, die dieser Funktion "voll und ganz würdig" seien. Eine förmliche Wahlempfehlung sprach er damit nicht aus.
Politisches Gewicht erhält die Äußerung durch Blanquers Rolle im früheren Regierungslager von Präsident Emmanuel Macron. Der Jurist und ehemalige Rektor amtierte von Mai 2017 bis Mai 2022 als Bildungsminister, zunächst unter Premierminister Édouard Philippe, später unter dessen Nachfolger Jean Castex. Nach seinem Ausscheiden aus der Regierung gründete Blanquer den Thinktank Laboratoire de la République, der Debatten über staatliche Handlungsfähigkeit, Bildung, Sicherheit und Wirtschaft organisiert.
Philippe hatte seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl 2027 bereits im September 2024 angekündigt. Der frühere Premierminister führt seit 2021 Horizons und ist weiterhin Bürgermeister von Le Havre. Er versucht, sich als eigenständiger Bewerber des politischen Zentrums und der gemäßigten Rechten zu profilieren, ohne sich vollständig vom bisherigen Präsidentenlager zu lösen.
Blanquers Urteil ist daher vor allem eine öffentliche Bestätigung von Philippes institutioneller Glaubwürdigkeit. Der ehemalige Regierungschef kann auf Erfahrung an der Spitze des Kabinetts und eine eigene Parteistruktur verweisen. Zugleich muss er sein politisches Angebot von möglichen Mitbewerbern aus dem bürgerlichen und zentristischen Lager abgrenzen. Zu diesem Kreis werden unter anderem der frühere Premierminister Gabriel Attal und Innenminister Bruno Retailleau gezählt.
Die Vorbereitungen auf die Wahl prägen bereits den politischen Auftakt nach der Sommerpause. Am 27. August ist beim Unternehmertreffen des Arbeitgeberverbandes Medef in Paris eine Debatte mit mehreren erklärten oder erwarteten Kandidaten vorgesehen, darunter Philippe. Am 29. August soll er beim Sommerforum des Laboratoire de la République in Sens mit dem früheren Präsidenten François Hollande diskutieren.
Frankreich wählt sein Staatsoberhaupt regulär im Frühjahr 2027. Macron darf nach zwei unmittelbar aufeinanderfolgenden Amtszeiten nicht erneut antreten. Anders als 2017 und 2022 fehlt dem politischen Zentrum damit ein Amtsinhaber, auf den sich die verschiedenen Strömungen frühzeitig verständigen könnten.
Für Philippe schafft Blanquers Anerkennung noch keine organisatorische Unterstützung. Sie verschafft ihm jedoch Rückhalt in einem politischen Milieu, das Regierungserfahrung, republikanische Institutionen und Bildungspolitik betont. Blanquer selbst beließ es bei der Würdigung von Philippes Eignung und gab keine persönliche Wahlentscheidung bekannt.
Quellen
- Franceinfo
- Le Parisien
- TF1 Info
- Le Monde
- Französisches Bildungsministerium
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).