Blendecques – 19.09.2026: In der nordfranzösischen Gemeinde Blendecques hat der Abriss von Wohnhäusern begonnen, die durch die Überschwemmungen der Jahre 2023 und 2024 schwer beschädigt worden waren. In der ersten Phase sollen 14 Gebäude abgetragen werden. Sie stehen in einem Gebiet, das damals wiederholt unter Wasser geriet und für eine dauerhafte Wohnnutzung als zu riskant gilt.
Die Arbeiten begannen am Freitag, dem 18. September. An einem Pressetermin nahm auch Sophie Pages, Unterpräfektin des Arrondissements Saint-Omer, teil. Die Präfektur des Départements Pas-de-Calais hatte nach den Hochwassern zugesagt, den Erwerb besonders stark betroffener Immobilien zu unterstützen. Für Blendecques markiert der Abriss den sichtbaren Abschluss eines Verfahrens, das für viele Eigentümer mit dem Abschied von ihren Häusern und Wohnvierteln verbunden ist.
Der Staat hatte die Gebäude zuvor mit Zustimmung der Eigentümer erworben. Finanziert werden solche Ankäufe über den Fonds Barnier, der der Vorbeugung schwerer Naturgefahren dient. Das Instrument ermöglicht die Verlagerung von Haushalten aus Zonen, in denen baulicher Schutz keine ausreichende Sicherheit verspricht. Nach dem Rückkauf werden die Häuser abgerissen, damit die gefährdeten Grundstücke nicht erneut als Wohnraum genutzt werden.
Blendecques liegt im Raum Saint-Omer und gehörte zu den am stärksten betroffenen Orten der damaligen Unwetterserie. Im November 2023 sowie erneut im Winter 2024 wurden zahlreiche Häuser im Pas-de-Calais überflutet. Mehrere Gemeinden erhielten die staatliche Anerkennung als Naturkatastrophengebiet. In einzelnen Wohnlagen von Blendecques drang das Wasser innerhalb weniger Monate mehrfach in dieselben Gebäude ein. Damit stellte sich nicht mehr allein die Frage nach Reparaturen, sondern nach der künftigen Nutzbarkeit ganzer Grundstücke.
Der Gemeindeverband Communauté d'agglomération du Pays de Saint-Omer ließ deshalb mehrere Standorte untersuchen, darunter die Impasse Salengro. Fachleute prüften, ob ein Erwerb und anschließender Abriss aus wasserwirtschaftlicher Sicht sinnvoll sind. Berücksichtigt wurden auch Schäden aus mehreren kurz aufeinanderfolgenden Hochwasserereignissen Ende 2023 und Anfang 2024, sofern sie dasselbe Haus betrafen.
Parallel zu den Rückkäufen laufen im Département weitere Schutzprojekte. Nach Angaben der Präfektur gehören dazu ein verbesserter Wasserabfluss, der unmittelbare Schutz von Gebäuden und zusätzliche Rückhalteflächen. Für entsprechende Vorhaben der Gebietskörperschaften sind 33,6 Millionen Euro vorgesehen; der Staat übernimmt 80 Prozent der Finanzierung. Der Abriss der 14 Häuser ist somit Teil eines größeren Programms, das Wiederaufbau und Risikovorsorge miteinander verbindet.
Quellen
- Franceinfo
- TF1 Info
- Präfektur des Pas-de-Calais
- Communauté d'agglomération du Pays de Saint-Omer
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).