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Brevet 2025: Unwetter bringt Chaos – Ersatztermine für verpasste Prüfungen

Ein heftiges Sommergewitter hat am Donnerstagmorgen den Ablauf der Abschlussprüfungen zur mitteleren Reife 2025 in Frankreich durcheinandergewirbelt. Tausende Schüler verpassten ihre Prüfungen - schon gestern hiess es per Pressemitteilung: alle Schülerinnen und Schüler bekommen Ersatztermine – niemand wird durch Sturm und Unwetter benachteiligt. Donnerstag, 26. Juni 2025 – eigentlich wollte Frankreich an diesem Tag seine rund 865 000…

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Ein heftiges Sommergewitter hat am Donnerstagmorgen den Ablauf der Abschlussprüfungen zur mitteleren Reife 2025 in Frankreich durcheinandergewirbelt. Tausende Schüler verpassten ihre Prüfungen - schon gestern hiess es per Pressemitteilung: alle Schülerinnen und Schüler bekommen Ersatztermine – niemand wird durch Sturm und Unwetter benachteiligt.

Donnerstag, 26. Juni 2025 – eigentlich wollte Frankreich an diesem Tag seine rund 865 000 Neuntklässler (troisième) sich in den Brevet-Prüfungen (vergleichbar mit der Mittleren Reife in Deutschland, die allerdings erst nach Abschluss der 10. Klasse abgenommen wird) messen lassen. Die Prüfung begann mit Französisch und Mathe: von 9 Uhr bis 12:15 Uhr mit Lesetext, Diktat, Grammatik, Umformulierung und freier Rede; danach von 14:30 bis 16:30 Uhr mit Rechnen und Geometrie. Doch tiefenentspannt ist anders: Heftige Unwetter führten in diesem Jahr zu geschlossenen Prüfungszentren, streikenden Zügen, ausgefallenen Busverbindungen – Panik vor Punkverlust inklusive.

"Keiner wird bestraft – ganz klar!" erklärte Élisabeth Borne, Frankreichs aktuelle Bildungsministerin, gestern bei ihrem Besuch in einem Pariser Collège. Und das Versprechen klingt verbindlich: Wo Unwetter Prüfungsabläufe gestört haben, gibt’s Ersatztermine – garantiert. In vielen Départements wurde bereits bekannt gegeben, dass am Nachmittag noch Durchsagen erfolgen sollen, damit alle Betroffenen über Ersatztermine informiert werden.

Ersatztermine – wann, wie, wo?

Ministerin Borne betonte, dass jedem einzelnen Schüler, der nicht an der Prüfung teilnehmen konnte, ein neuer Termin angeboten wird. Am Freitag, soll offiziell bekanntgegeben werden:

  • für wen genau,
  • wann die Ersatzprüfungen angesetzt werden,
  • und wie der Transport organisiert wird, gerade in ländlichen Gebieten mit beeinträchtigter Infrastruktur.

Grundsätzlich gilt – so die Ministerin – niemand werde durch standort- oder logistikbedingte Ausfälle benachteiligt.

Klassische Prüfungen plus neues Prüfungsmodell

Dabei ist das diesjährige Brevet streng getaktet – doch die Struktur bleibt wie gehabt:

  • Mittwoch & Donnerstag: Französisch und Mathe.
  • Freitag: Geschichte‑Geografie & moral‑politische Erziehung + Wissenschaften.

Neu in diesem Jahr:

  1. Doppelte Bewertung von Geschichte‑Geografie UND EMC (Éducation Morale et Civique), also zwei getrennte Noten.
  2. "Très bien avec félicitations du jury" – eine besondere Auszeichnung für das Erreichen von mindestens 720 von 800 Punkten (18/20). Den Mutigen winkt künftig ein Höchstlob – eine Seltenheit, die sich – vielleicht – im Lebenslauf bemerkbar macht.

Doch, Achtung: Anders als von Gabriel Attal (ehemaliger Bildungsminister und Befürworter des “choc des savoirs”) gefordert, bleibt das Brevet freiwillig. Eine Verpflichtung als Zugangsvoraussetzung zum Lycée ist weiterhin nicht vorgesehen.

Struktur der Notenvergabe – was zählt wirklich?

Das Brevet setzt sich aus mehreren Teilen zusammen:

  • Orale Projektpräsentation im Rahmen der Interdisziplinären Praktischen Unterrichtseinheiten (EPI).
    • Dieses mündliche Element ist erstmals stärker gewichtet – bis zu 400 Punkte der insgesamt 800 möglichen.
  • Schriftliche Prüfungen (Französisch, Mathe, Geschichte‑Geografie, EMC und Naturwissenschaften).
  • Beherrschung des „socle commun“ – Grundkompetenzen, die für alle Schulabschlüsse verbindlich sind. Auch hier lassen sich schon vor den schriftlichen Prüfungen Punkte ergattern.

So ist ein Drittel der Gesamtpunktzahl bereits in der Tasche, bevor die Abschlussklausuren überhaupt beginnen. Klug kalkuliert – und bei wetterbedingtem Ausfall künftig wohl goldwert.

Wer ist betroffen? Zahlen und Fakten

Insgesamt wurden 865 881 Schülerinnen und Schüler zur Brevet‑Session 2025 erwartet:

  • 772 899 in der allgemeinen Klasse (générale).
  • 92 982 in der beruflichen Klasse (professionnelle).

Ergebnisse sollen ab Montag, dem 7. Juli online abrufbar sein. Je nachdem, ob die Ersatztermine relativ nahe dem ursprünglichen Ablauf folgen, könnten an einigen Orten die Ergebnisse etwas später herauskommen – aber auch das soll für alle gleich gelten.

Ein heftiger Wettersturm sorgte für Hochspannung in Frankreichs Prüfungslandschaft – doch Élisabeth Borne hat klar kommuniziert: Keiner wird im Regen stehen gelassen, weder buchstäblich noch bildungspolitisch. Ersatztermine sind in Arbeit, Punkte bereits verteilt – ein Prüfungsjahr also, das trotz Blitz und Donner sicher ins Ziel geht.

Autor: C. Hatty

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