Die siebte Nationale Behindertenkonferenz in Bobigny hat die Krise der Hilfe zu Hause wieder auf die politische Tagesordnung gesetzt. APF France handicap verlangt einen nationalen Grenelle-Prozess, an dem Staat, Gebietskörperschaften, Träger, Beschäftigte und Betroffene über eine Strukturreform verhandeln. Der Verband verweist auf Personalmangel, unzureichende Hilfepläne und die Belastung von Angehörigen, wenn notwendige Unterstützung im Alltag ausbleibt.
Die Konferenz brachte Regierung, Verbände, Unternehmen und gewählte Vertreter zusammen. Ihr Auftrag reicht von Bildung und Beschäftigung bis zu digitaler Zugänglichkeit und selbstbestimmter Mobilität. Fachmedien berichten, dass der Élysée-Palast eine neue Maßnahmenliste vorlegte und Emmanuel Macron Arbeitsgruppen zusagte. Ein gesondertes Verfahren zur Neuordnung der häuslichen Assistenz wurde jedoch nicht angekündigt.
Genau dort sehen die Verbände die zentrale Lücke. Häusliche Hilfe entscheidet darüber, ob Menschen mit Behinderung sowie viele ältere Menschen wohnen, arbeiten und medizinische Versorgung organisieren können, ohne dass Familien Versorgungslücken auffangen müssen. Die Forderung nach einem Grenelle verschiebt die Debatte deshalb von einzelnen Erleichterungen hin zu Finanzierung, Personalgewinnung und verbindlichen Leistungsstandards.