Der Cyberangriff auf die französische Steuerverwaltung bleibt eines der schwersten digitalen Krisenthemen des Staates. Nach Recherchen von Le Monde wurden bei zwei Angriffen im Juni und Juli personenbezogene Daten von 678.000 Privatpersonen und Unternehmen entwendet. Betroffen sind demnach unter anderem steuerliche Angaben wie das Referenzeinkommen; auch Katasterdaten wurden eingesehen.
Ein 18-Jähriger wurde am 20. August im Zusammenhang mit den Angriffen auf die Direction générale des finances publiques angeklagt und in Untersuchungshaft genommen. Die Pariser Staatsanwaltschaft sieht ihn als mutmaßliches Mitglied der Gruppe ZeroBytes und als einen möglichen Beteiligten an den Angriffen. Der Fall verbindet damit eine konkrete strafrechtliche Spur mit einer Sicherheitslücke, die über einzelne kompromittierte Zugänge von Staatsbediensteten ausgenutzt worden sein soll.
Die Folgen reichen über die Steuerverwaltung hinaus. Laut Staatsanwaltschaft zählen auch Einrichtungen des Bildungswesens, France Travail, Handelsunternehmen und Pulsy, die regionale Unterstützungsstruktur für digitale Gesundheit im Grand Est, zu den Opfern von ZeroBytes-Angriffen. Für Bürgerinnen und Bürger steht damit weniger die technische Methode als der Schutz ihrer Daten bei zentralen öffentlichen Diensten zur Debatte.