Das Nationale Institut für Statistik und Wirtschaftsstudien meldete für das zweite Quartal einen Schuldenstand von 3.595,5 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorquartal stieg die Maastricht-Schuld um 59,6 Milliarden Euro; ihr Anteil an der Wirtschaftsleistung erhöhte sich von 117,5 auf 119 Prozent. Damit hat die Schuldenfrage am selben Tag eine neue statistische Dimension erhalten, an dem die Gewerkschaften gegen Sparzwänge und für mehr Mittel im öffentlichen Dienst mobilisieren.
Die Kennzahl beschreibt den Bestand der öffentlichen Verbindlichkeiten und ist nicht mit dem Defizit eines einzelnen Quartals gleichzusetzen. Politisch fällt ihre Veröffentlichung dennoch in eine heikle Woche: Die Regierung bereitet die Vorlage ihres Haushaltsentwurfs für 2027 vor. Sie muss Ausgabenprioritäten, Forderungen der Kommunen und der öffentlichen Dienste sowie die Vorgabe einer glaubwürdigen Haushaltskonsolidierung miteinander verbinden. Die neuen Daten liefern dafür den finanziellen Rahmen, über den in den kommenden Tagen gestritten wird.