Der Präsidentschaftswahlkampf 2027 verdichtet sich schon ein halbes Jahr vor dem ersten Wahlgang. Jordan Bardella, Präsident des Rassemblement National, reagiert auf Veröffentlichungen von Mediapart über ihm zugeschriebene antisemitische Äußerungen aus seiner Jugend mit Klagen wegen Verleumdung sowie wegen Fälschung und Gebrauch gefälschter Dokumente. Seine Partei stellt sich demonstrativ hinter ihn; in der konservativen Rechten fallen die Reaktionen laut Le Monde deutlich zurückhaltender aus.
Die Affäre belastet eine Kampagne, in der Bardella für den Rassemblement National eine zentrale Rolle spielt und zugleich den Haushalt der Regierung angreift. Die Debatte verbindet damit Fragen nach der Glaubwürdigkeit eines möglichen Regierungswechsels mit dem unmittelbaren Streit um Kaufkraft, Steuern und Staatsausgaben.
Auf der linken Seite zeigte das zweite Fernsehduell der sozialistischen Vorwahl, dass eine gemeinsame Kandidatur keineswegs selbstverständlich ist. Olivier Faure, Raphaël Glucksmann, Jérôme Guedj, Ségolène Royal und Emmanuel Maurel legten unterschiedliche Positionen vor, auch im Verhältnis zu La France insoumise. Die Vorwahl soll Klarheit schaffen, macht die strategischen Gegensätze innerhalb der Linken aber sichtbarer.