Der Jugendliche wurde am Sonntag wegen "acte de barbarie", einer besonders schweren Gewalttat, unter richterliche Untersuchung gestellt und in einer Jugendstrafanstalt in Marseille in Untersuchungshaft genommen. Ihm wird vorgeworfen, am Donnerstag eine 40-jährige Frau im Gesicht mit einem Spray verletzt zu haben, das er mit einem Feuerzeug entzündete.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte die Frau nahe dem Lycée Colbert versucht, die Beschädigung eines Wartehäuschens zu verhindern. Der damals maskierte Schüler soll auf sie zugegangen sein und die Flamme in Richtung ihres Gesichts gerichtet haben. Die Frau erlitt Verbrennungen ersten Grades. Der Verdächtige wurde am Freitag festgenommen und räumte die Tat den Berichten zufolge sofort ein.
Der Vorgang ist lokal, erhält aber wegen des Kontexts nationale Bedeutung. Die Proteste an den Gymnasien werden von unterschiedlichen Forderungen nach besseren Lernbedingungen getragen, während die Gewalt am Rand der Aktionen die öffentliche Debatte bestimmt. Das Verfahren in Marseille trennt diese politische Mobilisierung rechtlich von einem konkreten mutmaßlichen Gewaltverbrechen und verlagert den Blick auf den Schutz von Passanten und Beschäftigten im öffentlichen Raum.