Der landesweite Protest ist in mehreren Städten in eine lange Nacht der Gewalt übergegangen. Innenminister Laurent Nuñez meldete am Abend rund 400 Festnahmen. In Paris wurden nach Angaben der Stadt Straßen und Geschäfte schwer beschädigt; am Arc de Triomphe und auf den Champs-Élysées drangen Demonstranten in einen für Kundgebungen gesperrten Bereich vor.
Die regionalen Berichte zeigen, dass es sich nicht um ein reines Hauptstadtphänomen handelt. In Rennes zählten die Behörden mindestens 12.000 Demonstrierende, bevor Barrikaden, Zusammenstöße und Plünderungen das Stadtzentrum prägten. In Lyon geriet das Tourismusbüro in Brand, zahlreiche Geschäfte wurden verwüstet. Auch in Marseille drangen Demonstranten in das Rathaus ein.
Damit verschiebt sich die öffentliche Debatte am Morgen nach der Mobilisierung: Die sozialen Forderungen gegen hohe Lebenshaltungskosten stehen weiter im Raum, werden jedoch von den Bildern der Ausschreitungen überlagert. Präsident Emmanuel Macron kündigte strafrechtliche Konsequenzen für Plünderungen und Angriffe an; mehrere Städte müssen nun Schäden an öffentlichen Gebäuden und im Handel bilanzieren.