Am Freitagnachmittag will Emmanuel Macron im Élysée Vertreter von Schülerorganisationen empfangen. Die Ankündigung kommt nach mehreren Wochen von Mobilisierungen an weiterführenden Schulen und nach einem Wochenende, an dem landesweite Demonstrationen durch schwere Ausschreitungen überschattet wurden. Im Zentrum des angekündigten Austauschs stehen Lernbedingungen, Unterrichtsausfälle und die politische Mitsprache von Jugendlichen.
Die soziale Grundlage der Proteste ist breiter als die Sicherheitsfrage der vergangenen Tage. In den Demonstrationen wurden unter anderem höhere Kaufkraft, Löhne, Steuergerechtigkeit sowie mehr Mittel für Schulen und Universitäten verlangt. Zugleich haben Berichte über verletzte Schüler bei Polizeieinsätzen die Empörung unter Jugendlichen und Eltern verstärkt und die Forderung nach einer unabhängigen Aufklärung befeuert.
Die Regierung trennt in ihrer Kommunikation zwischen legitimen Forderungen und Gewalt, doch diese Trennung überzeugt nicht alle politischen Kräfte. Nach den Gesprächen von Premierminister Sébastien Lecornu mit Parteien kritisierten linke Vertreter, soziale Anliegen seien ausgeblendet worden. Der Termin im Élysée schafft nun einen direkten Gesprächskanal mit den Schülervertretungen, ohne die offenen Konflikte über Polizeitaktik und politische Verantwortung aufzulösen.