Nach den Ausschreitungen vom 17. und 18. Oktober bereiten Präfekturen und Rathäuser den Samstag mit außergewöhnlich weitreichenden Auflagen vor. Le Monde zählte am Freitagabend in mehr als hundert Kommunen Maßnahmen, die von lokalen Demonstrationsverboten bis zu nächtlichen Ausgangsbeschränkungen reichen. In Paris gilt für unbegleitete Minderjährige bis Montagmorgen jeweils zwischen 21 und 6 Uhr ein nächtliches Aufenthaltsverbot; auch in anderen Großstädten werden bestimmte Zonen oder Zeiträume für Kundgebungen gesperrt.
Der Staat setzt zugleich auf einen deutlich größeren Sicherheitsapparat. Innenminister Laurent Nuñez kündigte den Einsatz von 70.000 Polizisten und Gendarmen an, 10.000 mehr als eine Woche zuvor. Bahnhöfe und wichtige Verkehrsachsen sollen besonders kontrolliert werden; Präfekten wurden angehalten, angemeldete Aufzüge und die Fähigkeit ihrer Veranstalter zur Sicherung sorgfältig zu prüfen.
Die Pariser Auseinandersetzung macht den Zielkonflikt sichtbar: Die Polizeipräfektur will die zuvor akzeptierte Route verändern, während die Gewerkschaften am Zug von Bastille nach Nation festhalten. Linke Parteien haben außerdem Eilanträge gegen Verbote eingereicht. Damit wird der Samstag auch zum Test, wie weit Sicherheitsauflagen das Demonstrationsrecht praktisch begrenzen dürfen.