Die vierte Staffel von Lupin ist seit Freitag auf Netflix verfügbar. Omar Sy kehrt als Assane Diop zurück und hat die Entwicklung der neuen Folgen stärker mitgestaltet als zuvor. Die Serie knüpft weiterhin an die Figur Arsène Lupin von Maurice Leblanc an, überführt deren Welt aber in ein gegenwärtiges Paris. Für den französischen Kulturmarkt bleibt Lupin ein seltenes Beispiel einer heimischen Produktion mit großer internationaler Reichweite.
Parallel dazu rückt das Kino eine Figur der nationalen Erinnerung ins Zentrum. Moulin von László Nemes startet am Mittwoch, 28. Oktober, in Frankreich. Gilles Lellouche spielt Jean Moulin, den von Charles de Gaulle beauftragten Organisator und Einiger der Résistance-Netzwerke. Der Film konzentriert sich auf die letzten Tage des Widerstandskämpfers und vermeidet damit die Form einer vollständigen Lebensgeschichte.
Die Nähe beider Veröffentlichungen macht zwei sehr verschiedene Wege sichtbar, auf denen französische Stoffe derzeit Publikum finden sollen: eine weltweit verfügbare Serienfigur und ein Kinofilm über Besatzung, Widerstand und Kollaboration. Nemes hatte den Film in Cannes als Versuch beschrieben, Jean Moulin nicht als Denkmal, sondern als Menschen unter existenziellem Druck zu erzählen. Damit wird eine zentrale Figur der französischen Geschichte erneut Gegenstand populärer Gegenwartskultur.