In der Nationalversammlung beginnt die Beratung über die Ausgaben des Staatshaushalts für 2027. Nach dem Streit über Steuern und andere Einnahmen geht es damit um die konkreten Mittel für Ministerien, öffentliche Dienste und staatliche Programme. Für die Regierung von Sébastien Lecornu ist diese Phase besonders heikel, weil eine tragfähige Mehrheit für den gesamten Haushalt weiterhin nicht erkennbar ist.
Die parlamentarische Auseinandersetzung fällt in eine Phase sozialer Mobilisierung. Bei den Demonstrationen vom 24. Oktober richtete sich der Protest gegen steigende Lebenshaltungskosten, den Zustand öffentlicher Dienste und Einschränkungen des Demonstrationsrechts. Linke Parteien und Gewerkschaften stellen sich auf einen längeren Herbst der Proteste ein.
Die regionalen Folgen der jüngsten Ausschreitungen treten ebenfalls hervor: In Loire-Atlantique wurden nach den Demonstrationen zahlreiche Menschen festgenommen, mehrere mussten sich bereits vor Gericht verantworten. Ouest-France berichtet zugleich über angekündigte staatliche Hilfen für vom 17. Oktober betroffene Geschäfte. Der Haushalt wird somit auch zur Auseinandersetzung über die Kosten der sozialen Krise.