Die Regierung von Sébastien Lecornu will die Zulassungsplattform Parcoursup zunächst für die Bewerbungsrunde 2027 verändern und 2028 durch ein neues Verfahren ersetzen. Vorgesehen sind mehr Transparenz über automatisierte Auswahlverfahren und begründete Absagen; zugleich sollen zwischen 2027 und 2028 zusätzliche Studienplätze entstehen, besonders in der Île-de-France und in stark nachgefragten Fachrichtungen.
Mit der Ankündigung reagiert das Kabinett auf Wochen der Proteste an Schulen und Hochschulen. Die Plattform ist für viele Jugendliche zum Symbol eines als undurchsichtig und ungleich empfundenen Zugangs zum Studium geworden. Die Reform verbindet das Zulassungsverfahren mit weiteren Zusagen: kleinere Klassen in der Seconde, Investitionen in Schulgebäude und zusätzliche Mittel für die Studentenwerke.
Die Verbände sehen darin keine ausreichende Antwort. Vertreter von Les Lycéens! und der Studierendenorganisation Unef kritisieren, dass zentrale Fragen zu Lehrkräften, kontinuierlicher Leistungsbewertung, Wohnraum und Finanzierung offenbleiben. Für den 31. Oktober sind landesweit weitere Aktionen angekündigt; die Bildungsfrage bleibt damit auch ein Konflikt über den Staatshaushalt 2027.