Die Nationalversammlung gedachte am Dienstag Pengo Bossio Wangi und den weiteren Opfern des Anschlags von Trappes und La Verrière mit einer Schweigeminute. Der 26-Jährige war am 23. Oktober in den Yvelines erschossen worden; fünf Menschen wurden verletzt. In mehreren Städten hatten zuvor Gedenkveranstaltungen die landesweite Erschütterung über die rassistische Tat sichtbar gemacht.
Die parteiübergreifende Geste hielt im Plenarsaal nicht lange. Sozialisten und Grüne verließen die Sitzung während einer Frage des Rassemblement National an Premierminister Sébastien Lecornu. Der Regierungschef warf Teilen der Linken daraufhin vor, das Verbrechen politisch auszunutzen und damit dem Rassemblement National in die Hände zu spielen.
Der Bürgermeister von Trappes, Ali Rabeh, würdigte die Schweigeminute als seltenen Moment nationaler Geschlossenheit, kritisierte aber die folgende Gleichsetzung von ultrarechter und ultralinker Gewalt. Die Auseinandersetzung zeigt, wie eng die Trauer um die Opfer inzwischen mit dem Streit über Rassismus, öffentliche Sicherheit und die Verantwortung politischer Sprache verknüpft ist.