Dont Nod Entertainment hat beim Wirtschaftsgericht Paris ein Schutzverfahren erhalten. Das Studio, das mit Life is Strange internationale Bekanntheit erlangte, soll während einer zunächst sechsmonatigen Beobachtungsphase seine finanzielle Lage neu ordnen. Der Schritt folgt auf mehrere Jahre mit Umstrukturierungen, enttäuschenden Geschäftserwartungen und einem bereits früher eingeleiteten Stellenabbau.
Die Leitung will die französische Tätigkeit auf eine einzige Produktionslinie konzentrieren. Bis zu 85 Arbeitsplätze in Frankreich könnten davon betroffen sein; der Standort Montréal ist nach Unternehmensangaben nicht Teil dieses Plans. Für die Beschäftigten bedeutet das Verfahren keinen unmittelbaren Betriebsstopp, aber eine neue Phase der Unsicherheit über Stellen, Projekte und künftige Finanzierung.
Der Fall reicht über ein einzelnes Unternehmen hinaus. Frankreich verfügt über bekannte Entwicklungsstudios und eine ausgeprägte Ausbildungslandschaft, doch kleinere und mittlere Anbieter tragen hohe Kosten lange vor dem Erscheinen eines Spiels und sind stark von Verkaufserfolgen sowie Investoren abhängig. Ouest-France hatte bereits im September über die Gefahr für rund 90 Stellen bei Dont Nod berichtet.