Gabriel Attal hat am Mittwochabend auf TF1 eine große Vorwahl der Demokraten vorgeschlagen. Der Renaissance-Kandidat will damit Bewerber aus dem Zentrum, der gemäßigten Rechten und dem sozialdemokratischen Lager auf einen gemeinsamen Namen für die Präsidentschaftswahl 2027 verpflichten. Als Begründung nannte er das Risiko eines zweiten Wahlgangs zwischen La France insoumise und Rassemblement National.
Der Vorschlag richtet sich vor allem an Édouard Philippe, Bruno Retailleau und David Lisnard, deren Teilnahme keineswegs gesichert ist. Philippe hatte eine solche Auswahl bislang abgelehnt, während das Umfeld Retailleaus die politische Spannweite einer Vorwahl bis zur Sozialdemokratie kritisiert. Raphaël Glucksmann, der bereits die Vorwahl seines Lagers gewonnen hat, steht zugleich für die Frage, wie weit Attals Bündnis reichen soll.
Die Initiative verschiebt die Debatte von Programmen auf das Verfahren der Kandidatenkür. Attal versucht damit, die Zersplitterung eines politischen Raums zu begrenzen, dessen frühere Regierungsparteien unter dem Erbe der Macron-Jahre und der Konkurrenz untereinander leiden.