Paris – 01.10.2026: Zum Beginn des Brustkrebsmonats verstärken die französische Krankenversicherung und das Nationale Krebsinstitut ihre Aufrufe zur Früherkennung. Frauen zwischen 50 und 74 Jahren, die keine Beschwerden und kein besonderes Erkrankungsrisiko haben, werden alle zwei Jahre zu einer Mammografie eingeladen. Im organisierten Programm übernimmt die Krankenversicherung die Kosten vollständig; eine Vorauszahlung ist nicht erforderlich.
Der aktuelle Anlass ist eine landesweite Informationskampagne des Nationalen Krebsinstituts, die am 25. September begonnen hat und bis Mitte Dezember läuft. Sie reagiert auf die weiterhin geringe Beteiligung: Im Zeitraum 2024 bis 2025 nahmen 45,6 Prozent der anspruchsberechtigten Frauen am organisierten Screening teil. Damit nutzte weniger als jede zweite eingeladene Frau das Angebot.
Zwischen den Regionen bestehen erhebliche Unterschiede. Nach Angaben des Krebsinstituts liegt die Teilnahme in einigen Regionen bei mehr als 60 Prozent, in anderen unter 30 Prozent. Das europäische Ziel beträgt 70 Prozent. Zusätzlich zum organisierten Programm lassen sich nach Schätzungen von Santé publique France rund elf Prozent der Frauen dieser Altersgruppe individuell untersuchen, etwa auf ärztliche Veranlassung. Diese Untersuchungen ändern jedoch nichts an den großen regionalen Unterschieden beim Zugang zum regulären Programm.
Die Kostenübernahme allein beseitigt die praktischen Hürden nicht. Für die Mammografie müssen Frauen einen zugelassenen Radiologen finden und einen Termin vereinbaren. Gerade in abgelegenen oder medizinisch schlechter versorgten Gebieten kann das schwierig sein. Die Einladung enthält eine Liste geeigneter Praxen im jeweiligen Département. Wer das Schreiben verloren hat, kann es im Ameli-Konto abrufen oder über die Hausarztpraxis beziehungsweise die Krankenkasse erneut anfordern. Bleibt eine Reaktion aus, sind nach sechs und zwölf Monaten Erinnerungen vorgesehen.
Besonders hoch sind die Barrieren für Menschen mit Behinderungen. Je nach körperlicher oder sensorischer Einschränkung können bereits die Anreise, die Ausstattung einer Praxis oder der Ablauf der Untersuchung zum Hindernis werden. Die nationale Krebsstrategie für 2026 bis 2030 hält fest, dass beim Zugang zu Prävention, Früherkennung, Behandlung und medizinischen Innovationen weiterhin Ungleichheiten bestehen. Vorgesehen sind besser zugängliche Untersuchungsorte und angepasste Angebote. Maßnahmen in medizinisch-sozialen Einrichtungen sollen erprobt und anschließend ausgewertet werden.
Brustkrebs ist in Frankreich die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Für 2023 wurden 61.214 Neuerkrankungen und 12.765 Todesfälle registriert. Nach Angaben des Nationalen Krebsinstituts werden 60 Prozent der Erkrankungen früh erkannt, was häufig weniger belastende Behandlungen ermöglicht. Zum Sicherheitsstandard des organisierten Programms gehört zudem eine zweite unabhängige fachärztliche Auswertung unauffälliger Mammografien.
Quellen
- Assurance Maladie
- Institut national du cancer
- Institut national du cancer – Fahrplan 2026 bis 2030
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).