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C8 und NRJ12: Ein Abschied nach 20 Jahren – Das Ende zweier TV-Sender auf der Plattform TNT

Nach zwei Jahrzehnten auf Sendung heißt es Abschied nehmen: Die französischen Fernsehsender C8 und NRJ12 werden in der Nacht zum 29. Februar ihre Frequenzen auf der digitalen terrestrischen Plattform TNT endgültig verlieren. Eine Entscheidung der französischen Medienaufsichtsbehörde Arcom hat dieses Aus besiegelt – und sorgt für politische Kontroversen. Ein letzter Blick auf die Höhepunkte Zum…

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Nach zwei Jahrzehnten auf Sendung heißt es Abschied nehmen: Die französischen Fernsehsender C8 und NRJ12 werden in der Nacht zum 29. Februar ihre Frequenzen auf der digitalen terrestrischen Plattform TNT endgültig verlieren. Eine Entscheidung der französischen Medienaufsichtsbehörde Arcom hat dieses Aus besiegelt – und sorgt für politische Kontroversen.

Ein letzter Blick auf die Höhepunkte

Zum Abschied wollen die Sender ihren Zuschauern noch einmal die größten Momente der letzten Jahre präsentieren. Auf C8 wird unter anderem die Sendung La grande soirée de C8 mit Laurence Ferrari und Roselyne Bachelot zu sehen sein, während NRJ12 mit 20 ans de grandes émotions Highlights der letzten zwei Jahrzehnte ausstrahlt – inklusive einem Rückblick mit Reality-Star Nabilla.

Doch nach Mitternacht bleibt der Bildschirm schwarz? Nicht ganz. Statt der gewohnten Programme wird eine Mitteilung eingeblendet, die ein zukünftiges neues Programm auf den Frequenzen ankündigt.

Eine Entscheidung mit Sprengkraft

Fernsehsender haben in Frankreich bereits in der Vergangenheit ihr Ende gefunden – wie etwa TV6 und La Cinq. Doch der Fall C8 und NRJ12 ist anders. Besonders das Aus von C8, das zum Medienimperium von Vincent Bolloré gehört, hat eine politische Dimension bekommen.

Marine Le Pen sprach auf der Plattform X von einer „politischen Zensur“ unter dem Einfluss einer „extremen Linken mit totalitären Zügen“. Staatspräsident Emmanuel Macron widersprach dem energisch und stellte klar, dass es sich um eine juristische und keine politische Entscheidung handle. Schließlich sei die Nutzung der TNT-Frequenzen eine „Besetzung des öffentlichen Raums“, die einer Genehmigung bedürfe.

Auch Kulturministerin Rachida Dati äußerte sich und verwies darauf, dass die gesetzlichen Grundlagen vom Parlament geändert werden müssten, falls die Politik die aktuellen Regelungen als ungerecht empfinde.

Warum müssen die Sender weichen?

Die Gründe für das Ende sind unterschiedlich. Im Fall von C8 spielt das Verhalten des Moderators Cyril Hanouna eine entscheidende Rolle. Der Star der Sendung Touche pas à mon poste (TPMP) hat in den letzten Jahren mit mehreren Verstößen gegen journalistische Standards und fragwürdigen Äußerungen immer wieder für Aufsehen gesorgt. Insgesamt wurden gegen den Sender 7,6 Millionen Euro an Geldstrafen verhängt – eine Belastung, die bei der Entscheidung der Arcom eine Rolle spielte. Der französische Staatsrat (Conseil d'État) bestätigte die Entscheidung am 19. Februar.

Trotz dieser Kontroversen bleibt Hanouna ein Quotengarant: Am Donnerstagabend, in seiner wohl letzten großen Sendung auf C8, verzeichnete TPMP mit 3,7 Millionen Zuschauern und einem Marktanteil von 18,4 % einen Rekord.

NRJ12 hingegen scheiterte an anderen Hürden. Der Sender, der sich vor allem an ein junges Publikum richtete, konnte keine überzeugende wirtschaftliche Strategie vorlegen. Arcom kritisierte, dass die angekündigten „neuen Programme“ nicht ausreichend innovativ seien und die erwarteten Werbeeinnahmen zu optimistisch kalkuliert wurden. Mit einem Marktanteil von nur 1 % spielte NRJ12 zuletzt ohnehin nur noch eine Nebenrolle in der französischen TV-Landschaft.

Was bedeutet das für die Betroffenen?

Neben dem inhaltlichen und politischen Aspekt gibt es auch eine menschliche Dimension. Durch die Schließung von C8 gehen rund 400 Arbeitsplätze verloren, während bei NRJ12 eine dreistellige Zahl an Stellen betroffen sein könnte. Der NRJ-Konzern kündigte bereits an, ein Sozialschutzprogramm für die Betroffenen auszuarbeiten.

Für Cyril Hanouna ist das Aus von C8 allerdings kein Karriereknick. Ab September wird er beim Sender W9 (ebenfalls Teil der TNT) eine neue Talkshow im Vorabendprogramm moderieren und zudem auf Fun Radio eine Sendung übernehmen. Die große Frage bleibt: Wird sein Publikum ihm treu bleiben?

Was kommt als Nächstes?

Das TV-Universum bleibt nicht lange leer. Ab Juni wird der tschechische Medienmilliardär Daniel Křetínský mit T18 einen neuen Sender auf den freigewordenen Frequenzen starten. Im September folgt OFTV, ein Projekt des Medienkonzerns Ouest-France.

Bis dahin bleibt nur noch der letzte Abschied. Die Moderatoren von C8 und NRJ12 zeigen sich sichtlich gerührt. Jordan de Luxe und William Leymergie verabschiedeten sich mit Tränen in den Augen, während der Journalist Philippe Labro, der C8 im Jahr 2005 mitgründete, augenzwinkernd über die „Arcom de Sort“ sprach – eine Anspielung auf die „Jeteurs de sort“ (Fluchsprecher).

Das Kapitel von C8 und NRJ12 endet also nicht leise, sondern mit einem emotionalen Knall. Aber wer weiß? Vielleicht ist das nur der Anfang einer neuen Ära im französischen Fernsehen.

Catherine H.