Nîmes-Garons – 25.07.2026: Wenn die Sommerluft über Frankreich trocken wird und Wind einen kleinen Brand binnen Minuten vorantreibt, sind die gelb-roten Wasserflugzeuge ein sichtbares Versprechen auf Hilfe. Doch ein Kommandant der Canadair-Flotte hat nun scharfe Kritik an der Verfügbarkeit der Maschinen geäußert. Nach Angaben von Franceinfo sprach der Pilot von nur fünf einsatzbereiten Canadair von insgesamt zwölf Flugzeugen.
Der erfahrene Flugzeugführer bezeichnete diese Lage als skandalös. Bei Bränden von der gegenwärtigen Größenordnung sei der Einsatz einzelner Canadair zudem nur begrenzt wirksam, sagte er dem Sender. Seine Aussage richtet den Blick auf eine Schwachstelle, die hinter den Bildern spektakulärer Wasserabwürfe oft verschwindet: Die Flugzeuge können Brände aus der Luft bremsen, doch sie ersetzen weder Kräfte am Boden noch eine ausreichende Zahl dauerhaft verfügbarer Maschinen.
Eine offizielle Bestätigung dafür, dass am 25. Juli tatsächlich nur fünf Canadair einsatzbereit waren, lag zunächst nicht vor. Die Angaben weichen von jüngeren öffentlichen Informationen ab. Die französische Zivilschutzbehörde hatte zum Beginn der Waldbrandsaison ihre Flotte weiterhin mit zwölf Canadair beschrieben. Medienberichte hatten Mitte Juli von elf verfügbaren Flugzeugen und einer Maschine in Wartung gesprochen. Wie viele Geräte an einem einzelnen Tag tatsächlich starten können, kann sich durch technische Kontrollen, Reparaturen, Ruhezeiten der Besatzungen und laufende Einsätze verändern.
Die Canadair CL-415 der Sécurité civile sind am Stützpunkt Nîmes-Garons stationiert und im Durchschnitt rund drei Jahrzehnte alt. Sie können Wasser auf Seen oder im Meer aufnehmen und es direkt über Brandherden abwerfen. Gerade diese Fähigkeit macht sie bei schnell laufenden Vegetations- und Waldbränden wichtig. Zugleich ist die Wartung der alternden Flotte aufwendig. Fällt ein Flugzeug aus, wird die Reserve in einer Zeit mehrerer paralleler Großbrände rasch kleiner.
Frankreich setzt deshalb nicht allein auf die amphibischen Löschflugzeuge. Zur staatlichen Luftflotte gehören auch Dash-Flugzeuge, die vor allem Löschmittel abwerfen, sowie Aufklärungsflugzeuge und Hubschrauber. Innenminister Laurent Nuñez hatte am 22. Juli darauf verwiesen, dass der überwiegende Teil der Brände durch Einsatzkräfte am Boden bekämpft werde. Diese Einordnung mindert die Bedeutung der Canadair nicht, beschreibt aber ihre Rolle als Teil eines größeren Systems.
Für die kommenden Jahre ist eine Verstärkung vorgesehen. Frankreich finanziert gemeinsam mit der Europäischen Union zwei neue Canadair; nach Angaben des Zivilschutzes soll die Flotte bis 2032 auf 16 Maschinen wachsen. Die ersten neuen Flugzeuge werden allerdings nicht vor 2028 erwartet. Bis dahin bleibt jede technische Störung mehr als ein Werkstattproblem: Sie entscheidet mit darüber, wie viel Spielraum die Einsatzleitung an einem heißen, windigen Tag noch hat.
Quellen
- Franceinfo
- Sécurité civile et gestion des crises
- TF1 Info
- Le Monde
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).