Cannes – 23.08.2026: Drei handliche Messgeräte sollen auf den Straßen der Mittelmeerstadt eine Lücke schließen, die Polizisten bislang kaum überwinden konnten. Cannes hat seine Kommunalpolizei mit Detektoren für Distickstoffmonoxid ausgestattet, umgangssprachlich Lachgas genannt. Die Geräte untersuchen die Atemluft und sollen Hinweise auf einen kurz zuvor erfolgten Konsum liefern.
Nach Angaben der Stadtverwaltung ist Cannes die erste französische Kommune, deren Stadtpolizei solche Geräte einsetzt. In der Nacht zum Samstag, 22. August, nahmen die Beamten zehn Kontrollen vor. Ein Autofahrer wurde positiv getestet und beanstandet, sein Wagen vorübergehend stillgelegt. Erst als ein weiterer Test nach mehr als einer Stunde negativ ausfiel, durfte er weiterfahren.
Auch ein Mitfahrer wurde laut Stadt wegen des Konsums von Distickstoffmonoxid beanstandet. Drei weitere Personen erhielten demnach Anzeigen wegen des Besitzes von Gasflaschen. Namen, Alter oder andere persönliche Angaben zu den Betroffenen wurden nicht veröffentlicht. Einen Unfall im Zusammenhang mit der Kontrollaktion meldeten die Behörden nicht.
Das Gas wird legal in der Medizin und in der Gastronomie verwendet, zugleich aber aus Kartuschen oder größeren Behältern inhaliert, um einen kurzen Rausch hervorzurufen. Behörden warnen vor akuten Folgen wie Sauerstoffmangel, Bewusstseinsstörungen und Herzrhythmusproblemen. Wiederholter Konsum kann neurologische Schäden verursachen. Beim Fahren können beeinträchtigte Wahrnehmung, Reaktionsfähigkeit und Koordination für den Konsumenten und andere Verkehrsteilnehmer gefährlich werden.
Die Detektoren sind jedoch nicht staatlich zugelassen. Ein positives Ergebnis ersetzt deshalb keinen gesetzlich geregelten Nachweis, wie er für Alkoholkontrollen vorgesehen ist. Die kommunalen Maßnahmen stützen sich nach Medienberichten auf eine Verordnung von 2025. Sie untersagt in Cannes den Verkauf größerer Lachgasbehälter an Privatpersonen; bestimmte kleine Kartuschen für den Hausgebrauch bleiben ausgenommen.
Verschärft hatte Cannes seine Regeln nach wiederholten Funden leerer Kartuschen und Flaschen im öffentlichen Raum. Die Stadt verwies zudem auf Gefahren bei der Abfallverbrennung: Unter Druck stehende Behälter können in den Anlagen explodieren und den Betrieb beeinträchtigen. Die Stadtpolizei ist in Cannes rund um die Uhr im Einsatz. Strafrechtliche Ermittlungen bleiben grundsätzlich Sache der staatlichen Polizei und der Justiz.
Auf nationaler Ebene wurde am 18. August 2026 ein Gesetz verkündet, das die Vorschriften für Distickstoffmonoxid verschärft. Das allgemeine Verbot von Verkauf, Besitz, Transport und Abgabe an Privatpersonen soll am 1. Februar 2027 in Kraft treten. Bis dahin bilden die Kontrollen in Cannes einen kommunalen Vorstoß mit begrenzter Beweiskraft: In der ersten Nacht kam es bei zehn Tests zu einem positiven Ergebnis.
Quellen
- Franceinfo
- TF1 Info mit AFP
- Stadt Cannes
- Légifrance
- Französisches Innenministerium
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).