Kultur

Catherine Ringer ist mit 68 Jahren gestorben

Frankreich verliert eine seiner unverwechselbaren Stimmen: Die Mitgründerin von Les Rita Mitsouko starb in der Nacht zum 15. September an Krebs.

Paris – 16.09.2026: Catherine Ringer, Sängerin und Mitgründerin des französischen Rockduos Les Rita Mitsouko, ist im Alter von 68 Jahren gestorben. Ihre Kinder bestätigten den Tod der Künstlerin am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Ringer sei in der Nacht zum 15. September 2026 einer rasch verlaufenden Krebserkrankung erlegen. Frankreich verliert mit ihr eine Stimme, die sich glatten Linien und bequemen Einordnungen entzog.

Gemeinsam mit dem Gitarristen Fred Chichin gründete Ringer Anfang der achtziger Jahre Les Rita Mitsouko. Das Duo verband Rock, Pop, Funk, Chanson und elektronische Klänge mit eigenwilliger Theatralik. Seine Musik wirkte verspielt, bisweilen exzentrisch; unter der schillernden Oberfläche lagen jedoch häufig Verlust, Wut und Melancholie. Diese Mischung verschaffte der Gruppe auch außerhalb Frankreichs ein Publikum.

Zu ihren bekanntesten Liedern gehören "Marcia Baïla", "Andy", "C'est comme ça" und "Les histoires d'amour finissent mal". Das 1984 veröffentlichte "Marcia Baïla" erinnerte an die Tänzerin Marcia Moretto, eine Freundin der Musiker, die an Krebs gestorben war. Mit seinem treibenden Rhythmus, den surrealen Bildern und Ringers schneidender, zugleich warmer Stimme wurde das Stück zum prägenden Lied der Gruppe: ein Tanz, in dem Trauer und Lebenslust nebeneinander bestehen.

Catherine Ringer wurde am 18. Oktober 1957 im Großraum Paris geboren. Früh beschäftigte sie sich mit Theater, Tanz und Musik, bevor sie 1979 Fred Chichin begegnete. Ihre künstlerische Biografie war von bewussten Grenzüberschreitungen geprägt. Ringer ließ sich weder auf die Rolle der Rocksängerin noch auf die der Schauspielerin oder Popfigur festlegen. Auf der Bühne konnte sie innerhalb weniger Augenblicke kokett, komisch, zornig und verletzlich wirken.

Nach Chichins Tod im Jahr 2007 setzte sie ihre Arbeit allein fort. Sie trat wieder auf, bewahrte das Repertoire von Les Rita Mitsouko und entwickelte Soloprojekte, in denen auch ihre Nähe zur Poesie hervortrat. Im Jahr 2019 blickte sie bei einem Auftritt in der Philharmonie de Paris auf vier Jahrzehnte gemeinsamer Arbeit mit Chichin zurück. Dabei behandelte sie das musikalische Erbe des Duos nicht als abgeschlossenes Denkmal, sondern als lebendiges Material.

Präsident Emmanuel Macron würdigte Ringer als unangepasste und freiheitsliebende Künstlerin. Auch aus der französischen Kulturszene kamen zahlreiche Reaktionen. Ihr Rang beruhte nicht allein auf den großen Erfolgen der achtziger Jahre. Ringer bewahrte sich über Jahrzehnte eine seltene künstlerische Beweglichkeit: Sie konnte einen Refrain zur kleinen Explosion machen und selbst der Melancholie einen Rhythmus geben.

Quellen

  • Franceinfo
  • AFP
  • Le Monde

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).