Wirtschaft

CGT fordert zehn Prozent mehr Mindestlohn

Die französische Gewerkschaft CGT verlangt eine Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns um zehn Prozent. Vor dem Streiktag am 5. November verschärft Generalsekretärin Sophie Binet damit den Konflikt mit Arbeitgebern und Regierung.

Paris – 23.10.2026: Die französische Gewerkschaft CGT fordert eine Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns um zehn Prozent. Generalsekretärin Sophie Binet begründete den Vorstoß am Freitag mit der schwindenden Kaufkraft vieler Beschäftigter und griff zugleich den Arbeitgeberverband Medef scharf an. Dieser müsse seine abweisende Haltung gegenüber Lohnforderungen aufgeben, erklärte sie.

Binet stellt die Forderung in den Zusammenhang mit einer breiteren Auseinandersetzung über Löhne, Preise und die Verteilung wirtschaftlicher Erträge. Nach Darstellung der CGT reichen die gesetzlich vorgesehenen Anpassungen des Mindestlohns nicht aus, um gestiegene Lebenshaltungskosten auszugleichen. Die Gewerkschaft verlangt daher höhere Einkommen über die gesetzliche Lohnuntergrenze hinaus und eine stärkere Berücksichtigung der Preisentwicklung in Tarifverhandlungen.

Der Mindestlohn war bereits in den vergangenen Wochen ein zentraler Punkt der CGT-Kampagne. In einem Schreiben an Premierminister Sébastien Lecornu hatte Binet im September eine sofortige allgemeine Lohnerhöhung, eine Aufwertung des Mindestlohns und Gespräche über die Lebenshaltungskosten verlangt. Die Gewerkschaft verweist auf aus ihrer Sicht stockende Verhandlungen in Unternehmen und Branchen. Mit der nun bezifferten Forderung erhöht sie den Druck auf Regierung und Arbeitgeber.

Auch die Gewinnverwendung großer Unternehmen nimmt Binet ins Visier. Frankreich sei weltweit eines der Länder mit den höchsten Dividendenausschüttungen, erklärte sie. Die CGT leitet daraus die Forderung ab, einen größeren Anteil der wirtschaftlichen Erträge für Löhne und soziale Sicherung einzusetzen. Der Verweis auf die internationale Stellung Frankreichs bei Dividenden ist eine politische Bewertung der Gewerkschaft und keine amtliche Bilanz.

Der Medef vertritt die Interessen zahlreicher französischer Arbeitgeber und verhandelt mit Gewerkschaften über Arbeitsmarkt-, Lohn- und Sozialfragen. Eine unmittelbare Reaktion des Verbands auf Binets Vorstoß war zunächst nicht bekannt. Die Auseinandersetzung reicht über die gesetzliche Lohnuntergrenze hinaus: Sie betrifft ebenso den Spielraum der Unternehmen für betriebliche und tarifliche Erhöhungen sowie die Frage, wie steigende Arbeitskosten verteilt werden.

Die CGT verbindet ihre Lohnforderung mit weiteren Mobilisierungen. Gemeinsam mit anderen Gewerkschaften hat sie für den 5. November 2026 zu Streiks und Demonstrationen aufgerufen. Zu den Forderungen gehören höhere Löhne, besser ausgestattete öffentliche Dienste, sichere Beschäftigung und eine aktivere Industriepolitik. Darüber hinaus will die Organisation eine Ausweitung der Arbeitsniederlegungen in den Betrieben vorbereiten.

Frankreichs Mindestlohn wird nach gesetzlichen Regeln an die Preisentwicklung und die allgemeine Lohnentwicklung angepasst. Eine zusätzliche Erhöhung um zehn Prozent ginge deutlich über diesen Mechanismus hinaus und erforderte eine politische Entscheidung der Regierung. Eine Zusage für eine solche Sonderanhebung lag am Freitag nicht vor.

Quellen

  • Franceinfo
  • CGT
  • Le Monde

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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