Le Mans – 18.09.2026: Die Gewerkschaft CGT ruft für Montag, den 21. September 2026, zu Protesten gegen die geplante Montage militärischer Drohnen im Renault-Werk von Le Mans auf. Die erste Kundgebung soll um 12.30 Uhr vor der Manufacture Louis Schweitzer beginnen, eine weitere Versammlung ist für 18 Uhr vor der Präfektur des Départements Sarthe angekündigt. Das Datum fällt mit dem Internationalen Tag des Friedens zusammen.
Nach Angaben der Organisatoren wollen sich neben der CGT auch die Gewerkschaft Solidaires, die Liga für Menschenrechte, die Friedensbewegung Mouvement pour la Paix, die Anti-Atom-Organisation Sortir du nucléaire und die Kommunistische Partei Frankreichs beteiligen. Das Bündnis lehnt es ab, einen traditionsreichen Standort der Automobilindustrie in die Herstellung von Rüstungsgütern einzubeziehen. Es fordert stattdessen Investitionen in zivile Mobilität, ökologische Modernisierung und öffentliche Dienstleistungen.
Renault hatte im Februar 2026 bestätigt, am Standort Le Mans gemeinsam mit dem französischen Rüstungsunternehmen Turgis Gaillard Drohnen des Projekts Chorus montieren zu wollen. Nach Angaben des Konzerns könnte innerhalb von weniger als zwölf Monaten eine Produktionskapazität von bis zu 600 Geräten monatlich entstehen. Die französische Generaldirektion für Rüstung habe Renault im Rahmen eines staatlichen Drohnenpakts angesprochen. Ausschlaggebend seien die Erfahrungen des Autobauers mit Serienfertigung, Kostenkontrolle und industrieller Qualitätssicherung gewesen.
Der Konzern weist den Eindruck zurück, sich grundsätzlich zum Rüstungshersteller entwickeln zu wollen. Verteidigungsprojekte müssten unter Aufsicht des französischen Verteidigungsministeriums stehen, in Frankreich industrialisiert und gemeinsam mit europäischen Rüstungsunternehmen umgesetzt werden. Zugleich dürften sie die Investitionsfähigkeit im Automobilgeschäft nicht beeinträchtigen. In Le Mans soll Renault demnach vor allem industrielle Fertigungskompetenz einbringen; die militärische Ausrüstung fällt in die Verantwortung der beteiligten Partner.
Die CGT hatte ihre Ablehnung schon im Januar 2026 öffentlich gemacht. Sie wendet sich gegen die Herstellung von Erzeugnissen, die unmittelbar oder mittelbar militärischen Zwecken dienen. Unter den Arbeitnehmervertretungen gibt es jedoch keine einheitliche Haltung. Befürworter solcher Aufträge sehen darin eine Möglichkeit, industrielle Kapazitäten auszulasten und Arbeitsplätze in Frankreich zu sichern.
Der Konflikt berührt damit eine breitere industriepolitische Debatte. Seit dem russischen Großangriff auf die Ukraine treibt Frankreich den Aufbau einer rasch skalierbaren Drohnenproduktion voran. Renault erhält durch die Kooperation Zugang zu staatlich geförderten Verteidigungsaufträgen; die Gegner fürchten dagegen, dass sich die Grenze zwischen ziviler Fahrzeugindustrie und militärischer Fertigung dauerhaft verschiebt. Die für den 21. September angekündigten Kundgebungen richten sich gegen diesen Kurs.
Quellen
- Franceinfo zur angekündigten Kundgebung in Le Mans
- Renault Group zum Projekt Chorus
- CGT Renault zur Ablehnung militärischer Drohnenproduktion
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).