Politik & Gesellschaft

Chef des Samu im Pas-de-Calais wegen sexueller Nötigung verurteilt

Das Strafgericht in Lille hat den Leiter des Samu im Pas-de-Calais zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Seine Verteidigung kündigte Berufung an.

Lille – 10.10.2026: Das Strafgericht in Lille hat Pierre Valette, den Leiter des medizinischen Notfalldienstes Samu im Département Pas-de-Calais, wegen sexueller Nötigung zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Nach einem Bericht von Franceinfo soll der Mediziner während eines Fachkongresses im Großraum Paris im Juni 2025 eine Kollegin gegen ihren Willen geküsst haben. Seine Verteidigung kündigte nach dem Urteil Berufung an.

Der Vorfall ereignete sich demnach am Rande eines Kongresses für Notfallmedizin. Die betroffene Ärztin ist die zuständige Fachärztin der medizinisch-psychologischen Notfallzelle des Samu 62. Ihrer Schilderung zufolge packte Valette sie fest an den Schultern und küsste sie auf den Mund. Das Gericht wertete diese Handlung als sexuelle Nötigung.

Neben der Bewährungsstrafe ordneten die Richter nach Angaben von Franceinfo an, Valette in das französische Register für Täter von Sexual- und Gewaltdelikten einzutragen. Die Entscheidung ist wegen der angekündigten Berufung nicht rechtskräftig. Das Rechtsmittel eröffnet eine erneute Prüfung des Falls vor der nächsten Instanz; bis zu einem rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens gilt für den Angeklagten die Unschuldsvermutung.

Valette bestritt den Tatvorwurf vor Gericht. Seine Verteidigung stellte die Darstellung der Ärztin infrage und verwies auf einen Konflikt im beruflichen Umfeld. Die erste Instanz folgte dieser Argumentation nicht. Weitergehende Einzelheiten aus der Aussage der Betroffenen werden nicht wiedergegeben, um ihre Privatsphäre zu schützen.

Der Samu ist ein zentraler Bestandteil der französischen Notfallversorgung. Seine Leitstellen nehmen medizinische Notrufe entgegen, beurteilen deren Dringlichkeit und koordinieren je nach Lage Rettungsdienste, Notärzte und aufnahmebereite Krankenhäuser. Valette wird in öffentlichen Verzeichnissen als Leiter des Samu im Pas-de-Calais am Krankenhaus von Arras geführt. Die betroffene Ärztin arbeitete den Berichten zufolge im selben regionalen Notfallnetz.

Damit betrifft das Verfahren einen Vorwurf aus einem beruflichen Umfeld, das von enger Zusammenarbeit und klaren Hierarchien geprägt ist. Die strafrechtliche Entscheidung richtet sich gegen Valette persönlich und erlaubt für sich genommen keine Aussage über die Arbeit des regionalen Rettungsdienstes. Zu möglichen arbeitsrechtlichen, disziplinarischen oder dienstlichen Folgen lagen zunächst keine belastbar bestätigten Angaben vor.

Das Berufungsgericht kann sowohl die rechtliche Würdigung als auch die Tatsachenfeststellungen der ersten Instanz erneut prüfen. Vorerst gilt das Urteil aus Lille: sechs Monate Haft auf Bewährung und die angeordnete Eintragung in das Register für Sexual- und Gewalttäter.

Quellen

  • Franceinfo
  • Service-Public.fr
  • Fédération hospitalière de France

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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