Politik & Gesellschaft

Christa Pike überlebt Hinrichtungsversuch in Tennessee

Die zum Tode verurteilte Christa Pike hat zwei tödliche Injektionen überlebt und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Ihre Anwälte gingen erneut vor Gericht, der Gouverneur setzte eine weitere Hinrichtung aus.

Nashville – 01.10.2026: Die zum Tode verurteilte Christa Pike hat einen Hinrichtungsversuch im US-Bundesstaat Tennessee überlebt. Die 50-Jährige erhielt am späten Mittwochabend im Hochsicherheitsgefängnis Riverbend bei Nashville zwei Dosen der vorgesehenen Mittel. Anschließend wurde sie zur Behandlung in ein Krankenhaus außerhalb des Gefängnisses gebracht. Das Strafvollzugsministerium bestätigte den Transport, machte jedoch zunächst keine Angaben zu ihrem Gesundheitszustand.

Dem Vollzug waren mehrere juristische Wendungen vorausgegangen. Ein Bundesberufungsgericht setzte die für den 30. September geplante Hinrichtung zunächst kurzfristig aus, damit weitere Fragen in Pikes Verfahren geprüft werden konnten. Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten hob diesen Aufschub später auf. Erst danach begann Tennessee am Abend mit der Hinrichtung.

Nach Darstellung von Pikes Verteidigern war ihre Mandantin auch nach der zweiten Injektion noch am Leben. Die Anwälte wandten sich in der Nacht erneut an ein Gericht und beantragten einen sofortigen Stopp. Sie argumentierten, eine Fortsetzung des Vollzugs würde Pike einer unzulässigen zusätzlichen Belastung aussetzen. Bis Donnerstagvormittag gab es keine abschließende amtliche Mitteilung darüber, wie das Verfahren juristisch weitergeführt werden sollte.

Das Tennessee Department of Correction erklärte, das Personal habe sämtliche Schritte des staatlich genehmigten Protokolls ausgeführt. Dieses sehe über die bereits vorgenommenen Maßnahmen hinaus keine weiteren Schritte vor. Weshalb die verabreichten Mittel nicht zum Tod führten, erläuterte die Behörde zunächst ebenso wenig wie die genaue Dauer und den medizinischen Verlauf des Hinrichtungsversuchs.

Pike war 1996 wegen der Ermordung ihrer 19 Jahre alten Mitschülerin Colleen Slemmer zum Tode verurteilt worden. Die Tat ereignete sich 1995 in Knoxville, als Pike 18 Jahre alt war. Der Fall erregte in den Vereinigten Staaten große Aufmerksamkeit. Pike war die einzige Frau im Todestrakt von Tennessee. Ihre Exekution wäre die erste Hinrichtung einer Frau in diesem Bundesstaat seit mehr als zwei Jahrhunderten gewesen.

Gouverneur Bill Lee setzte nach dem Vorfall eine weitere, noch für 2026 vorgesehene Hinrichtung vorläufig aus. Bereits im Mai war eine Exekution in Tennessee abgebrochen worden, nachdem das Personal über längere Zeit keinen intravenösen Zugang hatte legen können. Damit sind innerhalb weniger Monate zwei Hinrichtungen an der praktischen Durchführung gescheitert.

Für die Angehörigen von Colleen Slemmer brachte die Nacht eine weitere Verzögerung in einem seit drei Jahrzehnten geführten Verfahren. Pike befand sich am Donnerstag zur medizinischen Versorgung außerhalb des Gefängnisses. Zu ihrem Zustand lagen weiterhin keine amtlichen Einzelheiten vor.

Quellen

  • Franceinfo
  • Tennessee Department of Correction
  • Associated Press
  • Oberster Gerichtshof der Vereinigten Staaten

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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