Paris – 10.10.2026: Fünf Jahre nach seinem Tod ist Jean-Paul Belmondo wieder auf der Leinwand und in den Ausstellungsräumen präsent. Die Cinémathèque française in Paris hat am 7. Oktober die Schau "Belmondo, le Magnifique" eröffnet. Bis zum 31. Januar 2027 widmet sie dem populären französischen Schauspieler eine umfassende Würdigung, begleitet von einer Retrospektive seiner Filme.
Zu sehen sind persönliche Archive, Plakate, Kostüme und bislang kaum gezeigte Fotografien. Die Ausstellung reduziert den Künstler weder auf den vertrauten Spitznamen Bébel noch auf das Bild des verwegenen Stuntmans. Sie zeichnet eine Karriere nach, in der sich körperliche Beweglichkeit, komödiantisches Gespür und eine ungewöhnlich direkte Nähe zum Publikum verbanden.
Belmondo wurde 1960 mit Jean-Luc Godards "Außer Atem" zum Gesicht einer neuen französischen Filmgeneration. Seine Figur Michel Poiccard, ein Kleinkrimineller mit Hut, Zigarette und großem Mundwerk, gab dem Kino der Nouvelle Vague einen eigenen Rhythmus. Der damals 27-Jährige spielte nicht manieriert, sondern sprungbereit, als könne er jeden Satz mit einem Satz über die Bordsteinkante beenden.
Die Schau verfolgt zugleich seinen Weg vom Autorenkino zum Kassenerfolg. Unter der Regie von Philippe de Broca, Henri Verneuil und Claude Lelouch wurde Belmondo zum Publikumsliebling, der Abenteuerfilme, Kriminalkomödien und Melodramen tragen konnte. Die häufig selbst ausgeführten Stunts wurden zu seinem Markenzeichen. Hinter der sportlichen Eleganz stand jedoch ein präziser Darsteller, der das Tempo und die Wirkung einer Szene genau beherrschte.
Kuratiert wird die Ausstellung von Clémentine Deroudille. Für den begleitenden Katalog hat Belmondos Sohn Paul erstmals Familienalben, Briefe und Aufnahmen von Dreharbeiten geöffnet. Auch Tochter Stella und Enkel Victor Belmondo kommen darin zu Wort. Das private Material erweitert das Bild des Stars: Er erscheint als Sohn des Bildhauers Paul Belmondo, als Kollege und als Vater.
Die Cinémathèque verbindet die Ausstellung mit einer Filmreihe, die ebenfalls bis zum 31. Januar läuft. So lässt sich Belmondos Wandlungsfähigkeit unmittelbar verfolgen: von der rauen Schwarz-Weiß-Energie der frühen Jahre bis zum leichten, bisweilen herrlich unverschämten Glanz seiner großen Unterhaltungserfolge. Seine Laufbahn umfasste rund 90 Filme und führte durch sehr unterschiedliche Phasen des französischen Nachkriegskinos.
Die Ausstellung ist in der Cinémathèque française an der Rue de Bercy im 12. Arrondissement zu sehen. Der reguläre Eintritt kostet 14 Euro; für den Besuch ist eine Zeitreservierung erforderlich. Führungen werden an Wochenenden angeboten. Zum Auftakt der Retrospektive lief am 7. Oktober Philippe de Brocas Film "Der Prächtige".
Quellen
- Franceinfo: Jean-Paul Belmondo in der Cinémathèque française
- Cinémathèque française: Ausstellung Belmondo, le Magnifique
- Cinémathèque française: Pressebereich
- Cinémathèque française: Ausstellungskatalog Belmondo, le Magnifique
- Paris je t'aime: Belmondo, le Magnifique
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).