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Claude Onesta: Was Niederlagen über Leistung verraten

Der frühere französische Handball-Nationaltrainer Claude Onesta spricht bei Franceinfo über den produktiven Umgang mit Rückschlägen. Seine Erfahrungen aus dem Handball und dem Olympia-Projekt Paris 2024 hat er in einem neuen Buch gebündelt.

Paris – 29.07.2026: Claude Onesta spricht über Niederlagen ohne den Schutzmantel seiner Siegerbiografie. Der frühere Trainer der französischen Handball-Nationalmannschaft sagt im dritten Teil einer Gesprächsreihe bei Franceinfo, er habe erst mit der Zeit verstanden, dass Scheitern normal sei. Der Satz stammt von einem Mann, dessen Laufbahn meist anhand von Medaillen, Erfolgsserien und großen Endspielen erzählt wird.

Onesta führte die Bleus von 2001 bis 2016 in 384 Partien. Die französische Handballföderation verzeichnet für diese Jahre elf Medaillen, darunter acht Titel. Zwei olympische Goldmedaillen sowie Erfolge bei Welt- und Europameisterschaften machten seine Mannschaft zur prägenden Auswahl ihrer Ära. Gerade deshalb hat seine Sicht auf verlorene Spiele Gewicht: Erfolg bedeutete für ihn nie die Abwesenheit von Fehlern.

Die Niederlage erscheint in Onestas Schilderung nicht als bloßer Betriebsunfall des Leistungssports, sondern als Prüfung für Strukturen und Beziehungen. Nach einem schlechten Abend entscheidet sich, ob eine Gruppe Ausreden sucht oder Ursachen analysiert. Taktische Korrekturen genügen dabei selten. Es geht ebenso um Rollen, Vertrauen, Belastung und die Bereitschaft, unangenehme Befunde offen anzusprechen.

Diese Überlegungen prägen auch sein im April 2026 erschienenes Buch "Performer – Die Methode", das er gemeinsam mit Tiphaine Pioger verfasst hat. Darin beschäftigt sich Onesta mit Führung, Wissensweitergabe und der Organisation von Leistung. Der frühere Nationaltrainer richtet den Blick vom einzelnen Star auf die Arbeitsweise des gesamten Systems: Wer dauerhaft erfolgreich sein will, muss Verantwortung verteilen, Erfahrungen nutzbar machen und Veränderungen zulassen.

Nach seiner Zeit als Handballtrainer übernahm Onesta 2017 eine zentrale Aufgabe im französischen Hochleistungssport. Als Manager für Spitzenleistung arbeitete er an der Vorbereitung auf die Olympischen und Paralympischen Spiele von Paris 2024. In seinem Buch beschreibt er diesen Auftrag als Versuch, Frankreichs sportlichen Rückstand aufzuholen und zugleich eingefahrene Entscheidungswege innerhalb der Verbände zu verändern.

Die Bedingungen unterschieden sich erheblich. Im Handball konnte Onesta über Jahre auf einen eingespielten Kern, feste Abläufe und unmittelbare Rückmeldungen bauen. Das olympische Projekt erforderte dagegen die Abstimmung zwischen Verbänden, Institutionen und zahlreichen Sportarten. Misserfolge waren dort seltener direkt an einer Anzeigetafel abzulesen, folgten jedoch derselben Logik: Ohne präzise Fehleranalyse lässt sich keine belastbare Entwicklung organisieren.

Onesta verklärt die Niederlage nicht. Sie bleibt schmerzhaft, besonders in einem verlorenen Finale. Seine These ist nüchterner: Die Qualität einer Mannschaft oder eines Verbandes erweist sich im Umgang mit Rückschlägen. Die Bilanz seiner 384 Länderspiele verleiht diesem Gedanken besondere Glaubwürdigkeit.

Quellen

  • Franceinfo – Le Monde d'Elodie
  • FFHandball
  • Festival du Livre de Paris

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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