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Covid-19: Zunahme der Ansteckungen und vierte Dosis – Stellungnahme des Wissenschaftsrates

Der Wissenschaftsrat veröffentlichte am Dienstag eine Stellungnahme zu dem epidemiologischen Geschehen, das derzeit in Frankreich herrscht. Das Gremium versucht den erneuten Anstieg der Ansteckungen zu erklären. Der Wissenschaftsrat warnt: "Die Epidemie ist noch nicht vorbei". In einer Mitteilung, die der Presse am Dienstag, 15. März, zugesandt wurde, gibt das Gremium und sein Vorsitzender Jean-François Delfraissy…

Der Wissenschaftsrat veröffentlichte am Dienstag eine Stellungnahme zu dem epidemiologischen Geschehen, das derzeit in Frankreich herrscht. Das Gremium versucht den erneuten Anstieg der Ansteckungen zu erklären.

Der Wissenschaftsrat warnt: "Die Epidemie ist noch nicht vorbei". In einer Mitteilung, die der Presse am Dienstag, 15. März, zugesandt wurde, gibt das Gremium und sein Vorsitzender Jean-François Delfraissy einige Erklärungen zum epidemiologischen Aufschwung ab, der derzeit Frankreich heimsucht. Auch Empfehlungen zur Impfpolitik werden abgegeben.

Wie ist die gesundheitliche Lage in Frankreich?
Den Zahlen des wissenschaftlichen Rates zufolge gibt es in Frankreich jeden Tag durchschnittlich fast 66.000 neue Ansteckungen mit Covid-19: eine Zahl, die in nur einer Woche um 20% gestiegen ist. Das Land zählt außerdem fast 21.000 Patienten, die wegen Covid-19 in einem Krankenhaus behandelt werden.

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In den französischen Krankenhäusern ist die Zahl der Patienten in Zusammenhang mit dem Virus seit zwei Tagen wieder gestiegen. Der wissenschaftliche Rat warnt in seiner Stellungnahme davor, dass "die Zahl der Krankenhauseinweisungen in den kommenden Wochen vorübergehend ansteigen wird".

Warum kommt es zu den steigenden Zahlen?
Der Wissenschaftliche Rat erklärt die Zunahme bei den Ansteckungen durch das Zusammenwirken mehrerer Faktoren. Als Hauptschuldige wird die Omikron-Untervariante BA.2, die in Frankreich inzwischen die Oberhand über ihren Vorgänger BA.1 gewinnt, genannt. BA.2 macht heute mehr als 52% der Ansteckungen im Land aus.

Die kühlen Temperaturen, die Rückkehr der Schüler nach den Winterferien, das allmähliche Nachlassen der Immunität durch Impfungen und Ansteckungen sowie eine allmähliche Lockerung der Schutzmaßnahmen haben nach Ansicht des wissenschaftlichen Rates ebenfalls zu einer Wiederaufnahme der Viruszirkulation beigetragen. Ausserdem sei dem Gremium zufolge ein Nachlassen der Aufmerksamkeit und Vorsicht zu beobachten, das zum Teil mit dem Krieg in der Ukraine zu erklären sei: "Covid-19 ist in den Hintergrund getreten", heißt es in der Stellungnahme. Außerdem "nehmen die Bürger wahr, dass die Omikron-Varianten im Dezember 2021, Januar und Februar 2022 zwar zu einer großen Zahl neuer Ansteckungen geführt haben, dass diese Ansteckungen aber zu milden Verlaufsformen führen".

Der wissenschaftliche Rat befürchtet, dass es zu einer regelrechten "Banalisierung der Epidemie in der Gesellschaft" kommt, obwohl allein seit Dezember letzten Jahres mehr als 18.000 Menschen an Covid-19 gestorben sind.

Welche Empfehlungen für die kommenden Wochen?
Laut dem wissenschaftlichen Rat muss "die Bedeutung der Beibehaltung der Schutzmaßnahmen bei älteren, gebrechlichen und immungeschwächten Menschen betont werden". Das Gremium ruft zur Beibehaltung der Barrieregesten auf: Lüften der Räume, Waschen der Hände und Tragen der Maske für diejenigen, die es wünschen, "um sich selbst oder die Schwächsten zu schützen, ohne geächtet zu werden".

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Was die Impfung betrifft, so empfahlen die Gesundheitsbehörden letzte Woche eine vierte Impfdosis für Personen über 80 Jahre, Bewohner von Altenheimen sowie gebrechliche und immungeschwächte Personen. Dem Wissenschaftsrat zufolge unterliegt diese Bevölkerungsgruppe einem Phänomen, das als "Immunseneszenz" bezeichnet wird: Die Abwehrfähigkeit des Immunsystems nimmt allmählich ab. Der wissenschaftliche Rat meint aber auch, dass derzeit "für jüngere Bevölkerungsgruppen, die nicht gefährdet sind, eine vierte Impfdosis nicht angezeigt ist". Er fordert die Franzosen hingegen auf, "die Impfung von Kindern im Alter von 5 bis 11 Jahren mit medizinischen Risikofaktoren zu beschleunigen": Nur 20% von ihnen sind heute in Frankreich geimpft.

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Schließlich möchte der wissenschaftliche Rat die Verschreibung von Paxlovid, der von den Pfizer-Laboratorien entwickelten Pille gegen schwere Formen von Covid-19, beschleunigen. Das Medikament "wird von Ärzten und Patienten nach wie vor zu wenig akzeptiert", so das Gremium.

Welche Aussichten für die kommenden Wochen?
Der Wissenschaftsrat ist der Ansicht, dass die epidemiologische Situation in Frankreich mindestens noch bis April schweirig sein wird. Erst mit dem wärmeren Wetter werde man eine Verbesserung der Situation beobachten können. Das Gremium fordert die Regierung daher auf, "in den nächsten Wochen pädagogische Anstrengungen zu unternehmen und die Bevölkerung zu informieren".

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