Politik & Gesellschaft

Cyberangriff bremst digitale Vorwahl der französischen Linken

Nach einem Angriff auf die digitale Wahlplattform haben die Organisatoren der sozialdemokratischen Vorwahl die Justiz und Frankreichs Cybersicherheitsbehörde eingeschaltet. Die Abstimmung wird trotz erheblicher Verzögerungen fortgesetzt.

Paris – 09.10.2026: Kurz nach Beginn der ersten Runde der sozialdemokratischen Vorwahl ist die digitale Wahlplattform e-votez Ziel eines Cyberangriffs geworden. Seit Freitagmorgen um 8 Uhr registrierten die Organisatoren massenhaften künstlichen Datenverkehr. Für einen Teil der Wahlberechtigten wurde der Zugang dadurch quälend langsam oder zeitweise nahezu unmöglich. Die Abstimmung selbst wurde nach Angaben der Wahlkommission nicht unterbrochen.

Patrick Mennucci, Vorsitzender der Organisationskommission, erklärte, automatisierte Zugriffe hätten die Zahl gleichzeitiger Verbindungen gezielt in die Höhe getrieben. Gegenüber Franceinfo sprach er von einem organisierten Vorgehen. Solche Zugriffe erzeugen keinen echten Wählerandrang, können eine Internetseite aber so stark belasten, dass reguläre Nutzer in Warteschleifen geraten. Nach Darstellung der Kommission sind die bereits abgegebenen Stimmen weder verändert noch gefährdet worden.

Die drei veranstaltenden Parteien Parti socialiste, Place Publique und Gauche républicaine et socialiste haben die Justiz eingeschaltet. Auch die Nationale Agentur für die Sicherheit der Informationssysteme, kurz Anssi, wurde nach Angaben aus dem Umfeld des Premierministers befasst. Wer hinter dem Angriff stehen könnte, war am Freitagabend offen. Die Behörden veröffentlichten keine Hinweise auf einen möglichen Täter oder eine verantwortliche Gruppe.

Für die Betroffenen äußert sich der Angriff nicht in einem spektakulären Zusammenbruch, sondern in zermürbenden Unterbrechungen: Eine Seite lädt nicht, die Anmeldung bleibt hängen, der Wahlvorgang muss später erneut versucht werden. Die Organisatoren riefen die registrierten Teilnehmer dazu auf, die Anmeldeseite nicht fortlaufend neu zu laden und es bei Schwierigkeiten nach einer Wartezeit wieder zu versuchen. Eine telefonische Unterstützung bleibt erreichbar.

Rund 140.282 registrierte Wahlberechtigte sollen unter fünf Kandidaten für die Präsidentschaftswahl 2027 auswählen: Olivier Faure, Raphaël Glucksmann, Ségolène Royal, Jérôme Guedj und Emmanuel Maurel. Die erste Runde läuft bis Samstag, den 10. Oktober 2026, um 20 Uhr. Erreicht niemand die absolute Mehrheit, ist für den 16. und 17. Oktober eine Stichwahl vorgesehen.

Das Votum findet überwiegend online statt. Einzelne Parteigliederungen haben zwar Wahlorte eingerichtet, doch auch dort werden die Stimmen über elektronische Geräte abgegeben. Die Störung berührt damit einen empfindlichen Punkt des Verfahrens. Nach dem bisherigen Kenntnisstand steht nicht die Auszählung infrage, wohl aber der gleichberechtigte Zugang zum digitalen Stimmzettel innerhalb der begrenzten Abstimmungszeit.

Die Wahlkommission teilte mit, technische Gegenmaßnahmen sollten den weiteren Ablauf sichern. Trotz der verlangsamten Zugänge hätten Wahlberechtigte weiterhin ihre Stimme abgeben können. Einen Zwischenstand zur Beteiligung veröffentlichte sie am Freitag zunächst nicht. Das Ergebnis der ersten Runde soll nach der Schließung der elektronischen Wahlurne am Samstagabend bekannt gegeben werden.

Quellen

  • Franceinfo
  • LCP – Nationalversammlung
  • Public Sénat
  • TV5MONDE Info mit AFP

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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