Politik & Gesellschaft

Cyberangriff erschwert Frankreichs Schulstart

Nach einem Cyberangriff auf das Bildungsministerium bleiben wichtige digitale Dienste eingeschränkt. Die Regierung verspricht einen regulären Unterrichtsbeginn, doch Schulleitungen und Gewerkschaften melden erhebliche Probleme.

Paris – 31.08.2026: Kurz vor Beginn des Schuljahres 2026/27 kämpft Frankreichs Bildungsverwaltung mit den Folgen eines Cyberangriffs. Carole Zerbib, stellvertretende Leiterin des Pariser Lycée Voltaire und Vorstandsmitglied der Schulleitungsgewerkschaft SNPDEN-UNSA, widersprach am Sonntag der Darstellung von Bildungsminister Édouard Geffray, 98 Prozent der Vorbereitungen seien bereits vor dem Sommer abgeschlossen gewesen. Mehrere Anwendungen funktionierten weiterhin nicht zuverlässig, sagte sie dem Sender Franceinfo.

Das Bildungsministerium bestätigte am 31. August, dass die Angriffe der vergangenen Wochen die Vorbereitungen beeinträchtigt hätten. Aus Sicherheitsgründen seien sämtliche Zugänge zu digitalen Diensten und Anwendungen neu eingerichtet worden. Schäden an den IT-Systemen seien nach Angaben des Ministeriums nicht entstanden. In 28 von 30 Akademien, den regionalen Verwaltungseinheiten des französischen Bildungswesens, seien die Anwendungen inzwischen wieder regulär erreichbar.

Besonders angespannt bleibt die Lage in Toulouse und Nantes. In der Akademie Toulouse sind die dienstlichen E-Mail-Postfächer und beruflichen Anwendungen bis auf Weiteres gesperrt. Auch Familien können vorerst nicht auf die digitalen Arbeitsumgebungen zugreifen. Die Stundenpläne sollen deshalb zum Schulbeginn auf Papier ausgegeben werden. In Nantes ist der Zugriff auf E-Mails lediglich teilweise möglich; weitere Dienste werden schrittweise wiederhergestellt.

Das Ministerium versichert, die Erstellung der Stundenpläne in Toulouse sei nicht beeinträchtigt. Der Unterricht werde an allen Schulen und Einrichtungen zu den vorgesehenen Zeiten beginnen. Formal ist der Schulstart damit nicht gefährdet. Im Alltag dürften die Ausfälle dennoch spürbar sein: Einschreibungen, Elterninformationen und die Verwaltung von Schülerdaten laufen vielerorts über die betroffenen Systeme.

Unabhängig davon bestehen Probleme mit Onde Version 2, einer Anwendung zur Verwaltung von Schülerdaten an Grundschulen. Die Lehrergewerkschaft SE-UNSA berichtete von unvollständigen Registern, verschwundenen Übergangsentscheidungen und fehlerhaften Schülerzahlen. Solche Abweichungen können sich nach Angaben der Gewerkschaft auf die Erfassung der Schülerbestände sowie auf Entscheidungen über die Öffnung oder Schließung von Klassen auswirken.

Übergangsentscheidungen aus der Grundschule werden zudem für die Zuweisung an weiterführende Schulen benötigt. Mehrere lokale Bildungsbehörden hätten Schulen deshalb aufgefordert, betroffene Kinder manuell erneut aufzunehmen oder vorhandene Bestandsdaten zu übermitteln, teilte SE-UNSA mit.

Das Ministerium hat zugesichert, dass die Gehälter trotz der Einschränkungen ausgezahlt werden. Zugleich würdigte es den Einsatz der Beschäftigten und die Zusammenarbeit mit der nationalen Behörde für die Sicherheit der Informationssysteme. In Toulouse und Nantes bleiben bis zur vollständigen Wiederherstellung der Dienste jedoch Papierverfahren und manuelle Dateneingaben erforderlich.

Quellen

  • Franceinfo
  • Französisches Bildungsministerium
  • SE-UNSA

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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