Toulouse – 24.09.2026: Zwei Monate nach dem ersten Angriff auf die IT-Systeme des französischen Bildungsministeriums sind die Folgen in der Akademie Toulouse weiterhin spürbar. Schulleitungen und Verwaltungsbeschäftigte müssen zentrale Abläufe ohne ihre gewohnten digitalen Anwendungen organisieren. Besonders betroffen sind die Kommunikation, die Schülerverwaltung und Finanzvorgänge. Neben Nantes gehört Toulouse zu den beiden Akademien, in denen die Einschränkungen am längsten andauern.
Ausgangspunkt war ein unbefugter Zugriff in der Nacht zum 25. Juli 2026, den das Ministerium am 31. Juli öffentlich machte. Nach einem weiteren Sicherheitsvorfall am 19. August trennte das Rektorat Toulouse seine Informationssysteme vorsorglich vom Netz. Das Ministerium setzte landesweit Passwörter und Zugänge zurück. Ende August liefen die Anwendungen in 28 der 30 Akademien wieder regulär; Toulouse und Nantes blieben jedoch erheblich beeinträchtigt.
In Haute-Garonne berichtet Schulleiter Yvon Manac'h, sein Gymnasium müsse seit dem Sommer auf wesentliche digitale Werkzeuge verzichten. Nach seinen Angaben wurden die Wahlen der Elternvertretungen und Leistungsüberprüfungen verschoben. Auch eingehende Rechnungen könnten nicht bezahlt werden. Die Störung berührt damit den Unterricht, gesetzlich vorgesehene Mitwirkungsrechte der Eltern und die laufende Verwaltung der Schule.
Das Rektorat verweist auf einen Notfallplan zur Aufrechterhaltung des öffentlichen Bildungsbetriebs, der einen geordneten Beginn des Schuljahres ermöglicht habe. Die verbleibenden Probleme reichen dennoch weit in den Alltag hinein. Elektronische Postfächer, Personalverwaltung, Schülerdatenbanken und digitale Plattformen verbinden Schulen, Behörden und Familien. Fallen sie aus, müssen Mitteilungen, Listen und Verwaltungsvorgänge auf Papier bearbeitet oder aufgeschoben werden. Zugleich erschwert der fehlende Zugriff den Austausch zwischen einzelnen Einrichtungen und der Schulverwaltung.
Eine am 22. September veröffentlichte parlamentarische Anfrage aus dem Département Gers nennt weitere Folgen: Verfahren für Stipendien verzögerten sich, zudem seien manche Schülerinnen und Schüler noch keinem Bildungsgang zugeordnet. Der Abgeordnete Jean-René Cazeneuve verlangte von Bildungsminister Édouard Geffray Auskunft darüber, wann die beruflich benötigten Anwendungen in Toulouse wieder vollständig verfügbar sein würden. Eine Antwort der Regierung lag zunächst nicht vor.
Der Angriff hat auch eine datenschutzrechtliche Dimension. Das Ministerium erklärte im August, bei dem Vorfall vom 25. Juli könnten personenbezogene Daten abgeflossen sein. Es warnte Betroffene vor betrügerischen Nachrichten und verwies auf laufende Ermittlungen. Die französische Agentur für die Sicherheit von Informationssystemen und die Datenschutzbehörde wurden eingeschaltet. In den Schulen bleibt die unmittelbare Folge vorerst der Notbetrieb: Der reguläre Zugriff auf wichtige Verwaltungswerkzeuge ist noch nicht vollständig wiederhergestellt.
Quellen
- Franceinfo
- Französisches Ministerium für nationale Bildung
- Akademie Toulouse
- Mediapart
- Französische Nationalversammlung
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).