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Das Ende der Kupferleitung: Frankreich schaltet bis 2030 vollständig auf Glasfaser um

Das vertraute Rauschen auf der Telefonleitung, die zähe Internetverbindung am späten Nachmittag, der langsame Seitenaufbau – all das gehört für viele Französinnen und Franzosen bald der Vergangenheit an. Frankreich zieht einen klaren Schlussstrich unter die ADSL-Technologie. Spätestens 2030 soll im ganzen Land Glasfaser liegen, die alten Kupferleitungen werden abgeschaltet. Schon jetzt ist der Umbruch spürbar.…

Illustration Pixabay

Das vertraute Rauschen auf der Telefonleitung, die zähe Internetverbindung am späten Nachmittag, der langsame Seitenaufbau – all das gehört für viele Französinnen und Franzosen bald der Vergangenheit an. Frankreich zieht einen klaren Schlussstrich unter die ADSL-Technologie. Spätestens 2030 soll im ganzen Land Glasfaser liegen, die alten Kupferleitungen werden abgeschaltet.

Schon jetzt ist der Umbruch spürbar. Mehr als 700 Kommunen haben die ADSL-Verbindung endgültig verloren, rund 900.000 private und gewerbliche Anschlüsse waren allein Ende Januar betroffen. Für manche kam der Wechsel gerade noch rechtzeitig. In einem kleinen Kurzwarenladen im nordfranzösischen Hazebrouck ließ sich die Inhaberin Jacqueline Capelle die Glasfaser buchstäblich in letzter Minute installieren. Ein ganzer Arbeitstag, neue Anschlüsse, ein wenig Fluchen inklusive – aber das Ergebnis überzeugt. Keine Störgeräusche mehr, klare Gespräche, kaum Unterbrechungen. Läuft, wie man so sagt.

Der technische Hintergrund dieses Wandels wirkt nüchtern, fast unspektakulär, hat es jedoch in sich. Das jahrzehntealte Kupfernetz, einst Rückgrat der französischen Telekommunikation, stößt an physikalische Grenzen. Datenübertragung über Kupfer ist langsam, störanfällig und energieintensiv. Glasfaser dagegen transportiert Informationen als Lichtimpulse durch hauchdünne Fasern aus Glas. Auf kleinstem Raum lassen sich so deutlich höhere Datenmengen bewegen – stabiler, schneller, effizienter.

Für Netzbetreiber wie Orange bedeutet das einen gigantischen Kraftakt. Millionen Meter Kupferkabel verschwinden nach und nach aus den Verteilerkästen, ersetzt durch moderne Glasfaserstränge. In einer einzigen Faser können die Daten von bis zu 64 Haushalten gleichzeitig übertragen werden. Leistung satt, auch für Videokonferenzen, Streaming in hoher Auflösung oder digitale Kassensysteme im Einzelhandel.

Der Staat flankiert diesen Umbau politisch und finanziell. Das Ziel ist ehrgeizig, aber greifbar: Bereits rund 95 Prozent der Bevölkerung gelten als glasfaserfähig. In den kommenden Jahren sollen auch die letzten ländlichen Regionen angeschlossen werden. Niemand soll abgehängt bleiben, weder der Handwerksbetrieb auf dem Land noch die ältere Kundschaft im Dorf.

Für die Nutzerinnen und Nutzer bleibt der Übergang in der Regel kostenfrei. Ein Techniker kommt, verlegt die Leitung, tauscht die Anschlüsse aus. Ein bisschen Umstellung, klar – aber danach läuft es. Schneller, klarer, zuverlässiger. Das digitale Frankreich bekommt eine neue Infrastruktur. Still, unspektakulär, aber mit nachhaltiger Wirkung.

Von C. Hatty

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