Paris – 02.10.2026: Im Umfeld von mehr als 400 französischen Gymnasien, die an diesem Freitag wegen der landesweiten Schülerproteste geschlossen bleiben, dürfen keine Demonstrationen stattfinden. Die Präfekturen erließen entsprechende Verbote für die unmittelbare Umgebung der betroffenen Einrichtungen. Bildungsminister Édouard Geffray hatte die Schließungen am Donnerstag angekündigt. Sie sollen verhindern, dass es nach Blockaden, Zusammenstößen und zahlreichen Polizeieinsätzen erneut zu Gewalt kommt.
Nach Angaben des Innenministeriums wurden am Donnerstag landesweit knapp 2.000 Menschen im Zusammenhang mit den Aktionen vor Schulen festgenommen. Mehr als 300 Angehörige der Sicherheitskräfte seien verletzt worden. Die Behörden begründen die räumlich begrenzten Demonstrationsverbote mit dem Schutz von Schülern, Beschäftigten und Anwohnern. Zudem bestehe die Gefahr, dass sich vor geschlossenen Gebäuden erneut größere Gruppen versammeln und die öffentliche Ordnung gefährden.
Die Einschränkungen betreffen mehrere Regionen. Besonders angespannt war die Lage in Provence-Alpes-Côte d'Azur. Im Département Bouches-du-Rhône sollten nach Abstimmung zwischen Präfektur und Bildungsverwaltung mehr als 40 Einrichtungen auf Distanzunterricht umstellen. Auch in der Île-de-France meldeten die Behörden zahlreiche Beeinträchtigungen. Nach Angaben des Bildungsministeriums kam es dort an rund 50 Standorten zu gewaltsamen Vorfällen.
Die beteiligten Schülerorganisationen verlangen vor allem, Ausfälle von Lehrkräften verlässlicher auszugleichen, Schulen besser auszustatten und sanierungsbedürftige Gebäude instand zu setzen. Außerdem fordern sie bessere Lernbedingungen. Kritik richtet sich auch gegen Parcoursup, das zentrale französische Bewerbungsportal für Studienplätze. Das Verfahren setze Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen erheblich unter Druck, argumentieren die Organisationen. Der Protest zielt damit auf konkrete Missstände des Schulalltags und auf die bildungspolitischen Prioritäten der Regierung.
Geffray will an diesem Freitag nacheinander die repräsentativen Gewerkschaften des Schulpersonals, Elternverbände und Schülerorganisationen empfangen. Eingeladen sind zudem gewählte Mitglieder des Nationalen Rates für das Schülerleben. Diese Gruppen verfügen im französischen Bildungswesen über feste Vertretungs- und Konsultationsrechte. Mit den Gesprächen reagiert das Ministerium auf die Forderung der Protestierenden nach einem direkten Austausch.
Die Regierung setzt parallel auf Sicherheitsmaßnahmen und Verhandlungen. Der Unterrichtsbetrieb soll stabilisiert werden, während die Gespräche einen politischen Ausweg aus der Eskalation eröffnen sollen. Die Verbote gelten ausschließlich im Umfeld geschlossener Einrichtungen und sind kein allgemeines Verbot von Kundgebungen. Bereits Ende September waren zunächst Dutzende Schulen im Großraum Paris betroffen. Binnen weniger Tage weitete sich die Bewegung auf mehrere Landesteile aus; die Schließung von mehr als 400 Gymnasien ist bislang der größte Eingriff in den regulären Schulbetrieb.
Quellen
- Franceinfo
- Le Monde
- Ministerium für nationale Bildung
- Le Parisien
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).