International

Der Krieg um die Seewege erreicht Saudi-Arabiens Ölexporte

Angriffe auf saudische Tanker im Roten Meer verschärfen die Energiekrise. Nach der faktischen Blockade der Straße von Hormus geraten nun zwei maritime Engstellen zugleich unter militärischen Druck.

Dschidda – 23.07.2026: Der Krieg zwischen den Vereinigten Staaten und Iran hat in der Nacht eine neue, für die Weltwirtschaft besonders heikle Dimension erreicht. Die jemenitischen Huthi erklärten, zwei saudische Öltanker im Roten Meer angegriffen zu haben. Nach Angaben der Gruppe handelte es sich um die Tanker Encelia und Laylia, die eine von den Huthi gegen Saudi-Arabien verhängte Seeblockade verletzt hätten. Saudi-arabische Stellen bestätigten, dass die Encelia getroffen worden sei und am Bug Feuer gefangen habe. Unabhängig überprüfen ließen sich die Angaben am frühen Donnerstagmorgen zunächst nicht vollständig. Ihre politische Wirkung ist dennoch unmittelbar. Erstmals steht nicht allein der Persische Golf, sondern auch Saudi-Arabiens westlicher Exportweg über das Rote Meer im Zentrum des Konflikts. Die Huthi hatten ihre Blockade gegen saudische Schiffe am Montag angekündigt. Sie begründen sie mit saudischen Angriffen auf den Flughafen von Sanaa und stellen ihre Aktion in den Zusammenhang mit dem Krieg gegen Iran. Die Bewegung kontrolliert weite Teile des Nordens und Westens Jemens sowie Küstenabschnitte am Zugang zum Roten Meer. Bereits ihre Drohung genügte in den vergangenen Tagen, um Tanker zur Umkehr zu bewegen. Saudi-Arabien hatte zuletzt rund vier Millionen Barrel Rohöl täglich über den Hafen Yanbu am Roten Meer ausgeführt. Diese Route war für Riad umso wichtiger geworden, weil die Straße von Hormus, durch die in Friedenszeiten etwa ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls transportiert wird, seit Beginn des Krieges am 28. Februar ganz oder teilweise blockiert ist. Nun droht ein zweiter Engpass: die Meerenge Bab al-Mandab zwischen Jemen und dem Horn von Afrika. Über sie führt der Weg zum Suezkanal; normalerweise passieren dort rund zwölf Prozent des Welthandels. Für Europa wäre eine dauerhafte Störung doppelt problematisch. Sie verteuert nicht nur Rohöl und Flüssiggas, sondern verlängert auch die Wege für Containerfrachter, die das Kap der Guten Hoffnung anlaufen müssten. Die Folge wären höhere Versicherungsprämien, knapper werdende Transportkapazitäten und zusätzlicher Inflationsdruck. Die Ölpreise stiegen am Donnerstag um mehr als 1,5 Prozent auf den höchsten Stand seit über sechs Wochen. Washington reagierte mit einer weiteren Angriffsrunde gegen Ziele in Iran und gegen die Huthi. Damit verfestigt sich eine gefährliche Logik: Militärische Schläge sollen die Schifffahrt sichern, können aber zugleich jene regionalen Akteure zu neuen Angriffen veranlassen, deren Abschreckung sie bezwecken. Am Donnerstagmorgen lag weder eine angekündigte militärische Antwort Riads noch ein belastbarer Zeitplan für eine internationale Absicherung der Passage durch Bab al-Mandab vor.

Quellen

  • Associated Press
  • Reuters via Internazionale
  • Reuters via MarketScreener

Weitere internationale Schlagzeilen

  • Ölpreise steigen nach neuen US-Angriffen auf Iran und Huthi auf Sechs-Wochen-Hoch
  • Huthi melden Angriff auf zwei saudische Öltanker im Roten Meer
  • Saudi-Arabiens Exportweg über Yanbu gerät unter wachsenden Druck
  • Russland meldet Angriffe auf ukrainische Häfen in Odessa und Tschornomorsk
  • Selenskyj berät mit US-Gesandten über Diplomatie und Luftverteidigung
  • Kiews Regierungsumbildung verschärft die innenpolitische Spannung im Krieg
  • China löst mit Raketentest aus Atom-U-Boot im Pazifik regionale Besorgnis aus
  • Spanien gewinnt die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 gegen Argentinien in der Verlängerung

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).