Athen – 28.07.2026: Der Olymp, in der antiken Vorstellung Wohnsitz der zwölf Götter und mit 2.918 Metern Griechenlands höchster Berg, gehört nun zum UNESCO-Welterbe. Das Welterbekomitee beschloss die Aufnahme am Sonntag, dem 26. Juli, auf seiner Tagung im südkoreanischen Busan. Griechenland feiert damit die internationale Anerkennung eines Bergmassivs, das seit Jahrtausenden Literatur, Religion und Landschaftserfahrung miteinander verbindet.
Eingetragen wurde die Stätte als gemischtes Welterbe, also aufgrund ihres kulturellen und naturräumlichen Werts. Das ausgewiesene Gebiet umfasst rund 18.983 Hektar im weiteren Umfeld des Olymp sowie die archäologische Stätte von Dion am Fuß des Massivs. In der antiken Stadt verbanden sich Heiligtümer, öffentliche Bauten und Verkehrswege mit dem Blick auf die häufig wolkenverhangenen Gipfel.
Seine weltweite Bekanntheit verdankt der Ort vor allem dem Mythos. Homer und Hesiod verorteten auf dem Olymp Zeus, Hera, Athene und die übrigen Gottheiten. Die UNESCO-Entscheidung gilt jedoch keiner bloßen literarischen Kulisse. Sie erfasst ein Gebirge zwischen Makedonien und Thessalien, dessen steile Höhenstufen, Schluchten und unterschiedliche Mikroklimata eine bemerkenswerte Vielfalt von Pflanzen und Tieren begünstigen.
Der Olymp wurde bereits 1938 als erstes griechisches Gebiet unter besonderen Naturschutz gestellt. 1981 erkannte ihn die UNESCO zudem als Biosphärenreservat an. Der Welterbestatus verleiht dem Schutz nun eine größere internationale Reichweite. Griechenland muss den außergewöhnlichen universellen Wert der Stätte dauerhaft bewahren und dem Welterbekomitee regelmäßig über ihren Zustand und die getroffenen Maßnahmen berichten.
Dass die Auszeichnung Verpflichtungen mit sich bringt, betonte Georgios Koumoutsakos, Griechenlands Vertreter bei der UNESCO. Mehr internationale Aufmerksamkeit kann den Tourismus rund um Litochoro und Dion beleben, erhöht aber den Druck auf Wanderwege, Wasservorräte, empfindliche Hochlagen und archäologische Überreste. Am Olymp ist die Versuchung besonders groß, den Mythos als touristische Kulisse zu vermarkten. Der neue Status verlangt dagegen einen zurückhaltenden Umgang mit einer realen und verletzlichen Landschaft.
Die Aufnahme folgt auf ein langes Verfahren. Griechenland setzte den Olymp 2014 auf seine nationale Vorschlagsliste; die formale Nominierung wurde anschließend von den UNESCO-Fachgremien ICOMOS und IUCN geprüft. Dabei mussten beide Seiten der Bewerbung überzeugen: die außergewöhnliche Bedeutung des Gebirges für die Kulturgeschichte und die Unversehrtheit seiner Naturräume.
In Busan nahm das Komitee weitere Stätten in die Welterbeliste auf, darunter die Strände der alliierten Landung in der Normandie, die königlichen Festungen des Languedoc und die Boma-Badingilo-Ebenen im Südsudan. Der Olymp wird damit zum international geschützten Erbe von Natur- und Kulturgeschichte.
Quellen
- UNESCO World Heritage Centre
- Associated Press
- IUCN
- Franceinfo
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).