London – 18.09.2026: Das schwarze Seidenkleid, das Diana, Prinzessin von Wales, am 29. Juni 1994 berühmt machte, ist seit Freitag bei Sotheby's in London öffentlich ausgestellt. Vor seiner Versteigerung am 9. Dezember in New York wird es auch in Hongkong und Genf gezeigt. Das Auktionshaus erwartet einen Erlös zwischen 150.000 und 300.000 Dollar, hält aber auch einen deutlich höheren Zuschlag für möglich.
Entworfen wurde das körpernah geschnittene, schulterfreie Abendkleid von der griechischen Designerin Christina Stambolian. Diana trug es bei einem Empfang der Serpentine Gallery in den Kensington Gardens. Am selben Abend strahlte das britische Fernsehen ein Interview mit dem damaligen Prinzen Charles aus, in dem er seine Untreue einräumte. Die zeitliche Kollision machte aus dem Kleid eine öffentliche Geste.
Die britische Boulevardpresse nannte es bald "Revenge Dress", auf Deutsch Rachekleid. Der Ausdruck stammte nicht von Diana selbst. Er fasste jedoch die Wirkung eines sorgfältig gewählten Auftritts zusammen: Schwarzer Seidenglanz, freie Schultern, roter Nagellack und ein Saphirschmuckstück ließen sich als sichtbare Antwort auf eine öffentlich gewordene eheliche Demütigung lesen.
Nach Angaben von Sotheby's hatte Diana das Modell bereits mehrere Jahre besessen, ohne es öffentlich zu tragen. Für den Empfang war zunächst ein anderes Kleid vorgesehen. Als dessen Entwurf vorab bekannt wurde, entschied sie sich kurzfristig für Stambolians schwarze Kreation. Die Bilder gingen um die Welt und veränderten die öffentliche Wahrnehmung der Prinzessin: Sie erschien nun als Frau, die den Blick der Medien nicht mehr bloß ertrug, sondern für eine eigene Botschaft nutzte.
Das Kleid kommt erstmals seit 1997 wieder unter den Hammer. Damals ließ Diana zahlreiche Stücke ihrer Garderobe bei Christie's versteigern; der Erlös ging an Hilfsorganisationen im Kampf gegen Krebs und Aids. Das nun angebotene Kleid blieb anschließend in Privatbesitz. Zum Los gehören ein Katalog jener Wohltätigkeitsauktion mit Unterschriften von Diana und Christina Stambolian sowie weitere Unterlagen zur Herkunft des Stücks.
Der Markt für Erinnerungsstücke der Prinzessin ist seit Jahren lebhaft. Ihr roter Pullover mit weißen Schafen erzielte 2023 bei einer Auktion mehr als eine Million Dollar. Das Rachekleid hebt sich dennoch ab: Sein Wert beruht nicht allein auf seiner prominenten Trägerin, sondern auf einem Auftritt, der Mode- und Mediengeschichte miteinander verband.
Die Londoner Ausstellung läuft bis zum 24. September. Danach führt die Tour nach Hongkong und Genf, bevor das Kleid am 9. Dezember in New York versteigert wird. Ein Teil des Erlöses soll laut Sotheby's über die NHS Lothian Charity dem Royal Hospital for Children and Young People in Edinburgh zugutekommen.
Quellen
- Franceinfo
- Associated Press
- Sotheby's
- Vogue
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).