Paris – 18.09.2026: Der durchschnittliche Preis für einen Liter Diesel ist in Frankreich am Freitag erstmals über 2,39 Euro gestiegen. Damit wurde der bisherige Höchstwert vom April 2026 übertroffen. Die Berechnung beruht auf den Preisen, die mehr als 9.000 Tankstellen an das staatliche Portal Prix-carburants.gouv.fr meldeten. Auch Super E10 blieb mit durchschnittlich 2,17 Euro je Liter außergewöhnlich teuer.
Der Markt steht seit Beginn des Krieges zwischen den Vereinigten Staaten, Israel und Iran am 28. Februar 2026 unter erheblichem Druck. Frankreich ist bei Diesel in hohem Maße auf Importe angewiesen. Steigende internationale Preise für raffinierte Mineralölprodukte schlagen deshalb rasch auf die Zapfsäulen durch. Schon im Frühjahr hatte der durchschnittliche Dieselpreis einen Höchststand erreicht, bevor er vorübergehend wieder sank.
Besonders sichtbar sind die Folgen an den Tankstellen von TotalEnergies. Der Konzern begrenzt den Benzinpreis an seinen französischen Stationen auf 1,99 Euro je Liter und den Dieselpreis auf 2,25 Euro. Beide Obergrenzen liegen deutlich unter den derzeit üblichen Marktpreisen. An zahlreichen Standorten bilden sich deshalb lange Warteschlangen; besonders günstige Stationen melden zeitweise Lieferengpässe.
Für Autofahrer bedeutet die Preisstrategie eine unmittelbare Entlastung, doch sie verschärft den Wettbewerb im Tankstellengeschäft. Viele unabhängige Betreiber können mit den Obergrenzen des integrierten Energiekonzerns nicht mithalten, ohne einen großen Teil ihrer Marge aufzugeben. Der staatliche Preisvergleich erfasst die Angaben der Betreiber täglich und macht die Unterschiede zwischen Autobahnraststätten, Markenstationen und örtlichen Anbietern sichtbar.
Die Regierung hat Hilfen für besonders betroffene Berufsgruppen für September und Oktober verlängert. Unterstützt werden vor allem Branchen mit hohem Kraftstoffverbrauch. Nach Regierungsangaben entstehen dadurch zusätzliche Kosten von rund sechs Millionen Euro im Monat. Eine allgemeine Senkung der Kraftstoffsteuern oder eine staatliche Preisfestsetzung wurde dagegen nicht beschlossen.
Präsident Emmanuel Macron beriet die Lage am Freitag im Élysée-Palast mit Vertretern der politischen Parteien. Auf der Tagesordnung standen die internationale Sicherheitslage, die Energieversorgung und die Preise an den Tankstellen. Macron verwies auf die Sicherung wichtiger Liefermengen sowie auf die französischen Gasspeicher, die gemäß den europäischen Vorgaben für den Winter zu 80 Prozent gefüllt werden sollen.
Die hohen Preise prägen zugleich den begonnenen Präsidentschaftswahlkampf. Mehrere Parteien fordern Preisstopps oder niedrigere Abgaben auf Kraftstoffe. Macron warnte vor finanziell ungedeckten Versprechen und erinnerte daran, dass er selbst nicht erneut kandidieren kann. Für Pendler, Transportunternehmen und andere kraftstoffabhängige Betriebe bleibt vorerst der neue Rekordpreis die konkrete Belastung.
Quellen
- Franceinfo
- Élysée-Palast
- TotalEnergies Services France
- Französische Regierung
- Agence France-Presse über Boursorama
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).