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Dino Scala: Neue Anklagen gegen den „Violeur de la Sambre“ – Serienvergewaltiger nochmals angeklagt

Dino Scala. Ein Name, der in Frankreich synonym steht für eines der erschütterndsten Kapitel der Kriminalgeschichte. Nach seiner Verurteilung im Jahr 2022 wegen 54 sexueller Übergriffe, steht der 64-Jährige nun erneut im Fokus – diesmal wegen 13 weiterer mutmaßlicher Straftaten, die zwischen 1986 und 2009 verübt wurden. Der Albtraum für viele Betroffene scheint kein Ende…

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Dino Scala. Ein Name, der in Frankreich synonym steht für eines der erschütterndsten Kapitel der Kriminalgeschichte. Nach seiner Verurteilung im Jahr 2022 wegen 54 sexueller Übergriffe, steht der 64-Jährige nun erneut im Fokus – diesmal wegen 13 weiterer mutmaßlicher Straftaten, die zwischen 1986 und 2009 verübt wurden. Der Albtraum für viele Betroffene scheint kein Ende zu nehmen.

Ein Mann mit zwei Gesichtern

Auf den ersten Blick wirkte er harmlos: ein ruhiger Typ, ein fürsorglicher Vater, Fußballtrainer im örtlichen Verein. Scala war in seiner nordfranzösischen Gemeinde bestens integriert – genau das macht den Fall so beklemmend. Denn hinter dieser bürgerlichen Fassade verbarg sich ein Täter, der jahrzehntelang systematisch Frauen überfiel und missbrauchte.

Früh am Morgen, im Schutz der Dunkelheit, schlug er zu – meist im Winter, wenn Straßen leer und Stimmen kaum zu hören waren. Maskiert, mit einem Messer oder einer Schnur bewaffnet, lauerte er seinen Opfern auf. Diese perfide Routine zieht sich durch die alten wie auch die neuen Fälle.

Der Schock von 2022 war erst der Anfang

Scala sitzt seit seiner Verurteilung zu 20 Jahren Haft im Gefängnis. Doch nun, fast drei Jahre später, tauchen neue Vorwürfe auf, die ihn mit weiteren Übergriffen in Verbindung bringen. Möglich machte das eine tiefgreifende Nachermittlung seit März 2023 – eine Art juristischer Neustart für sogenannte Cold Cases. Die Ermittler entdeckten Parallelen in mehreren Akten: dieselbe Handschrift, dieselbe Taktik, dieselbe psychische Grausamkeit. Das Netz um Scala zieht sich enger – und doch sind es nicht nur Beweise, sondern auch Emotionen, die diesen Fall weiter antreiben.

Kein Täter ohne Motiv?

Psychiater beschreiben Scala als jemanden, der nicht wegen des sexuellen Aktes handelte – sondern aus purer Lust an der Kontrolle. Ein verstörender Befund, der ihn noch gefährlicher erscheinen lässt. Dass solch ein Täter Jahrzehnte unbehelligt inmitten der Gesellschaft leben konnte, wirft zwangsläufig Fragen auf: Wie viele Spuren wurden übersehen? Wie oft wurde geschwiegen?

Eine rhetorische Frage drängt sich auf: Wie viele „unauffällige“ Täter laufen heute noch unbehelligt herum?

Die Verteidigung schlägt zurück

Natürlich bleibt auch Scalas Verteidigung nicht stumm. Seine Anwältin pocht darauf, dass die neuen Vorwürfe hauptsächlich auf Indizien basieren. Ein ähnlicher Ablauf, ja – aber reicht das? Laut Verteidigung gab es in der Region mehrere Täter mit vergleichbaren Methoden. Kein DNA-Beweis, kein Geständnis – nur ein Muster. Und Muster, so ihr Argument, machen noch keinen Täter. Doch die Justiz sieht das anders: Der Modus Operandi ist zu spezifisch, zu konstant. Und: Immer wieder taucht Dino Scala als einziger gemeinsamer Nenner auf.

Ein tiefer Blick in die Abgründe der Ermittlungsarbeit

Der Fall Scala zeigt eindrücklich, wie komplex die Aufklärung sexueller Gewalt sein kann. Gerade wenn sie über Jahrzehnte hinweg geschehen ist, sind Spuren oft verschwunden, Zeuginnen traumatisiert und Erinnerungen verblasst. Dennoch kann oft moderne Forensik helfen – mit neuester Technik und der Möglichkeit, alte Spuren neu zu bewerten.

Ein Hoffnungsschimmer für viele Betroffene, deren Fälle bislang unbeachtet blieben. Ihr Schweigen bekommt endlich eine Stimme.

Kommt ein zweiter Prozess?

Ob es zu einem weiteren Prozess kommt, hängt davon ab, wie tragfähig die Beweislage ist. Für die Justiz bedeutet das: gründlich prüfen, sachlich bleiben – aber auch handeln, wenn sich der Verdacht erhärtet. Sollte es tatsächlich zu einer weiteren Verurteilung kommen, droht Scala eine erhebliche Verlängerung seiner Haftzeit.

In der Region rund um die Sambre bleibt die Stimmung angespannt. Viele Menschen hatten gehofft, mit der Verurteilung 2022 endlich abschließen zu können. Nun werden Wunden erneut aufgerissen – alte Ängste kehren zurück.

Der lange Schatten eines Serienverbrechens

Der Fall Dino Scala ist kein Einzelfall. Er steht exemplarisch für viele ähnliche Geschichten, in denen Täter über Jahrzehnte unerkannt bleiben – oft aus Mangel an Beweisen, manchmal wegen fehlender Ressourcen, zu häufig aber wegen eines allzu blinden Vertrauens in Normalität. Dass nun alte Fälle neu aufgerollt werden, zeigt: Es ist nie zu spät, für Gerechtigkeit zu kämpfen. Es braucht Beharrlichkeit, Empathie – und eine Justiz, die bereit ist, auch in alten Wunden zu bohren, wenn es um die Wahrheit geht.

Von Daniel Ivers

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