Villeneuve-sur-Vère – 20.07.2026: Die in einem Feld im Norden des Départements Tarn gefundenen Knochenreste sind nach DNA-Analysen eindeutig Delphine Aussaguel zugeordnet worden. Das bestätigte die Generalstaatsanwaltschaft in Toulouse am Sonntag, 19. Juli. Für die Familie der seit Dezember 2020 vermissten Mutter beendet die Identifizierung eine jahrelange Ungewissheit. Die entscheidende Frage nach den genauen Umständen ihres Todes bleibt jedoch unbeantwortet.
Die Fundstelle war den Ermittlern von Cédric Jubillar gezeigt worden. Dort hatten Gendarmen am Donnerstag, 16. Juli, bei gezielten Durchsuchungen menschliche Überreste entdeckt. Anschließend wurden die Funde zum Institut de recherche criminelle de la gendarmerie nationale, dem kriminaltechnischen Forschungsinstitut der Gendarmerie in Pontoise bei Paris, gebracht. Die DNA-Untersuchung lieferte nun die Gewissheit über die Identität der Verstorbenen.
Delphine Aussaguel, die in der Öffentlichkeit unter ihrem Ehenamen Jubillar bekannt wurde, war in der Nacht vom 15. auf den 16. Dezember 2020 aus ihrem Haus in Cagnac-les-Mines verschwunden. Sie war damals 33 Jahre alt und arbeitete als Krankenpflegerin. Umfangreiche Suchaktionen, Befragungen und kriminaltechnische Untersuchungen hatten über Jahre keinen Fund ihres Körpers erbracht. Gerade dieses Fehlen hatte den Fall für Angehörige und Ermittler besonders belastend gemacht.
Mit der Identifizierung beginnt nun ein weiterer, fachlich schwieriger Teil der Ermittlungsarbeit. Spezialisten müssen klären, welche Aussagen die verbliebenen Knochen über eine mögliche Todesursache, Verletzungen oder den Zeitpunkt des Todes noch erlauben. Der Zustand der Überreste begrenzt die Möglichkeiten der Rechtsmedizin. Die Behörden haben deshalb bislang keine gesicherte Erklärung dazu veröffentlicht, wie Delphine Aussaguel starb.
Cédric Jubillar war im Oktober 2025 vor dem Schwurgericht im Tarn wegen Mordes an seiner Ehefrau zu 30 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Die neuen Funde verändern nicht automatisch die rechtliche Bewertung, können aber für das weitere Verfahren und für die Aufklärung des Geschehens bedeutsam sein. Aussagen zu einzelnen Abläufen müssen weiterhin durch die Justiz und forensische Gutachten überprüft werden.
Für die Angehörigen verbindet sich mit dem DNA-Befund Erleichterung und neuer Schmerz. Nach mehr als fünfeinhalb Jahren ist Gewissheit darüber vorhanden, dass Delphine Aussaguel tot ist. Was in jener Dezembernacht geschah, bleibt dagegen in wesentlichen Punkten offen. Die Ermittler stehen nun vor der Aufgabe, aus wenigen Spuren eine belastbare Rekonstruktion zu entwickeln.
Die Generalstaatsanwaltschaft Toulouse und die ermittelnden Stellen wollen die Ergebnisse der laufenden Expertenanalysen abwarten. Erst dann wird sich zeigen, ob die Überreste neue objektive Hinweise zu Todesursache und Tatablauf liefern. Bis dahin gilt: Die Identität ist geklärt, die letzten Umstände von Delphine Aussaguels Tod sind es nicht.
Quellen
- Franceinfo
- Le Monde
- Generalstaatsanwaltschaft Toulouse
- Institut de recherche criminelle de la gendarmerie nationale
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).