Wirtschaft

Dragon-Ball-Park bei Paris hat bislang keine Lizenz

Toei Animation bestreitet, dem angekündigten Dragon-Ball-Themenpark in Cergy-Pontoise zugestimmt zu haben. Damit ist ein zentraler Teil des französisch-saudischen Milliardenprojekts vorerst ungeklärt.

Cergy-Pontoise – 04.09.2026: Der japanische Animationskonzern Toei Animation hat bestritten, eine Lizenz für einen Dragon-Ball-Themenpark in Frankreich vergeben zu haben. Das Dementi betrifft einen wesentlichen Teil des Ende August angekündigten Freizeitprojekts in Cergy-Pontoise im Département Val-d'Oise. Ohne die erforderlichen Nutzungsrechte an Marke, Figuren und Bildwelten kann ein Park unter diesem Namen nicht verwirklicht werden.

Die Stellungnahme rückt die politische Ankündigung in ein anderes Licht. Präsident Emmanuel Macron hatte am 24. August nach Gesprächen mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman Investitionen von sechs Milliarden Euro in drei Themenparks in der Region Cergy-Pontoise bekannt gegeben. Die Regionalverwaltung von Île-de-France bezeichnete eine der geplanten Anlagen am folgenden Tag ausdrücklich als Dragon-Ball-Park in Courdimanche. Langfristig sollten durch das Gesamtvorhaben 22.000 Arbeitsplätze entstehen.

Toei Animation erklärte nun, weder das Unternehmen noch andere Rechteinhaber hätten eine mit dem französischen Projekt verbundene Lizenz erteilt. Der Konzern verfüge zudem über keine gesicherten Informationen, die den Bau eines solchen Parks bestätigten. Damit widerspricht Toei Berichten, in denen aus den politischen Erklärungen bereits ein verbindlich vereinbartes Dragon-Ball-Projekt geworden war.

Die Rechte an Dragon Ball liegen bei mehreren Beteiligten. Dazu zählen neben Toei Animation der Verlag Shueisha, das vom 2024 verstorbenen Schöpfer Akira Toriyama gegründete Bird Studio und Bandai Namco. Bei international vermarkteten Unterhaltungsmarken sind gewöhnlich gesonderte Verträge über Figuren, Logos, audiovisuelle Inhalte, Merchandising und die Gestaltung einzelner Attraktionen erforderlich. Eine politische Investitionszusage ersetzt solche privatrechtlichen Vereinbarungen nicht.

Als Entwickler des Gesamtprojekts wurde die saudische Qiddiya Investment Company genannt, die zum Staatsfonds Public Investment Fund gehört. Qiddiya plant bereits einen Dragon-Ball-Park in Qiddiya City bei Riad. Das im März 2024 vorgestellte Projekt soll sich über mehr als 500.000 Quadratmeter erstrecken und sieben Themenbereiche umfassen. Dort vereinbarte Nutzungsrechte lassen sich jedoch nicht ohne Weiteres auf einen Standort in Frankreich übertragen.

Das Dementi bedeutet noch keine Absage an den gesamten Komplex aus drei Parks. Es macht jedoch den Unterschied zwischen einer übergeordneten Investitionsvereinbarung und der Lizenzierung eines konkreten Manga-Universums sichtbar. Ein verbindlicher Zeitplan für den Baubeginn und die Finanzierung der einzelnen Anlagen wurden bislang nicht öffentlich im Detail erläutert.

Das vorgesehene Gelände in Courdimanche war einst Standort des Freizeitparks Mirapolis, der 1987 eröffnete und 1991 schloss. Seine Wiederbelebung wäre mit erheblichen Infrastruktur- und Genehmigungsfragen verbunden. Der angekündigte Dragon-Ball-Park bleibt ohne nachgewiesene Lizenzvereinbarung vorerst ein politisch präsentiertes Vorhaben ohne gesicherte Markennutzung.

Quellen

  • Franceinfo
  • Region Île-de-France
  • Le Monde
  • Toei Company

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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