Paris – 16.10.2026: Am Vorabend der für Samstag, den 17. Oktober, angekündigten Mobilisierung sind in Paris drei Generationen französischer Schüler- und Studentenproteste zusammengekommen. Auf der Place de la République sprachen David Assouline, Julie Coudry und Nathanaël Combary über ihre Erfahrungen mit politischen Bewegungen, deren Anlässe weit auseinanderliegen, die aber jeweils Schulen und Hochschulen erfassten.
David Assouline gehörte 1986 zu den prägenden Sprechern der Proteste gegen den Gesetzentwurf des damaligen Hochschulministers Alain Devaquet. Die Reform sollte den Universitäten unter anderem mehr Spielraum bei der Auswahl ihrer Studierenden geben. Nach wochenlangen Demonstrationen, dem Tod des Studenten Malik Oussekine am 6. Dezember 1986 und einer schweren politischen Krise zog die Regierung den Entwurf zurück. Assouline wurde später Senator und gehört der Sozialistischen Partei an.
Julie Coudry vertrat 2006 als Vorsitzende der Confédération étudiante den Widerstand gegen den Ersteinstellungsvertrag CPE. Die Regierung unter Premierminister Dominique de Villepin wollte Arbeitgebern ermöglichen, Beschäftigte unter 26 Jahren während der ersten beiden Jahre leichter zu entlassen. Schüler, Studierende und Gewerkschaften brachten landesweit große Demonstrationen auf die Straße. Im April 2006 gab die Regierung das Vorhaben auf. Coudry ist heute Mitgründerin des Unternehmens Jobmaker.
Die Proteste des Jahres 2026 vertritt Nathanaël Combary, Vorsitzender des Verwaltungsrats von Renouveau lycéen. Seit September kam es an mehreren Schulen zu Blockaden und Demonstrationen. Seine Organisation fordert eine grundlegende Überarbeitung des Hochschulzugangsverfahrens Parcoursup und einen nationalen Investitionsplan für Schulgebäude. Bei einem Treffen mit Bildungsminister Edouard Geffray Anfang Oktober trug Combary diese Forderungen der Regierung vor.
Der historische Vergleich hat allerdings Grenzen. In den Jahren 1986 und 2006 richtete sich die Mobilisierung gegen jeweils ein klar umrissenes Gesetzesvorhaben. Die gegenwärtige Bewegung bündelt dagegen verschiedene Anliegen: den baulichen Zustand von Schulen, die Lernbedingungen, die Ausstattung des Bildungssystems und den Zugang zu Hochschulen. Zugleich bemühen sich politische und gesellschaftliche Gruppen darum, die Schülerproteste mit weiteren sozialen Forderungen zu verbinden.
Für den 17. Oktober ist die Lage in Paris unübersichtlich. Nach übereinstimmenden Medienberichten untersagte die Polizeipräfektur einen angemeldeten Demonstrationszug, der an der Place de la République beginnen sollte. Im Internet wird dennoch zu dezentralen und beweglichen Aktionen aufgerufen. Renouveau lycéen und andere Schülerorganisationen erklären, friedlich demonstrieren zu wollen. Die Beteiligung lässt sich auch deshalb schwer abschätzen, weil in Paris am 16. Oktober die Herbstferien begonnen haben.
Quellen
- Franceinfo
- Le Monde
- Public Sénat
- Sénat
- France Culture
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).