Kardam – 08.08.2026: Kurz nach 5 Uhr morgens erschütterte eine Explosion ein Feld nahe dem früheren Grenzübergang Kardam an der rumänischen Grenze. Eine Drohne war nach bulgarischen Angaben aus Richtung Rumänien in den Luftraum eingedrungen und rund 100 Meter hinter der Grenze detoniert. Menschen wurden nicht verletzt; Gebäude und technische Anlagen blieben nach bisherigem Stand unbeschädigt.
Der Explosionsort liegt nahe wichtiger Energieinfrastruktur. Ministerpräsident Rumen Radew sagte nach einer Krisensitzung, die Drohne sei etwa 200 Meter von einer rumänischen Verdichterstation und ungefähr einen Kilometer von einer bulgarischen Station der Trans-Balkan-Gaspipeline entfernt niedergegangen. Einsatzkräfte sperrten das Gelände ab, sicherten Trümmerteile und suchten die Umgebung nach weiteren Überresten ab.
Für die Behörden ist besonders beunruhigend, dass das Fluggerät weder in Rumänien noch in Bulgarien rechtzeitig erkannt oder identifiziert worden sein soll. Verteidigungsminister Dimitar Stojanow erklärte, die Wucht der Detonation und die aufsteigende schwarze Rauchsäule ließen auf eine erhebliche Sprengstoffladung schließen. Kleine Drohnen in niedriger Flughöhe seien schwer zu orten. Bulgarien will deshalb zusätzliche Fähigkeiten zur Erkennung und Abwehr solcher Fluggeräte an die Grenze zu Rumänien verlegen.
Nach einer ersten Untersuchung teilte das Verteidigungsministerium in Sofia mit, bei den geborgenen Resten handle es sich wahrscheinlich um eine Lockdrohne des Typs Maya. Solche Fluggeräte würden von den ukrainischen Streitkräften häufig eingesetzt. Zugleich gebe es bislang keinen Hinweis auf einen gezielten Angriff gegen Bulgarien. Herkunft, Einsatzauftrag und genauer Flugweg sind noch Gegenstand der Ermittlungen.
Das Außenministerium bestellte die ukrainische Botschafterin in Sofia ein und verlangte eine Erklärung. Kiew versicherte am Samstag, Bulgarien sei nicht absichtlich ins Visier genommen worden, und kündigte eine eigene Untersuchung an. Ob die Drohne tatsächlich aus einem ukrainischen Einsatz stammte, bestätigte die ukrainische Seite zunächst nicht. Damit ist eine technische Zuordnung zwar wahrscheinlicher geworden, politisch und militärisch aber noch nicht abschließend geklärt.
Der Vorfall betrifft zwei Mitgliedstaaten der Europäischen Union und der NATO. Stojanow kündigte an, ihn bei einer Sitzung des Nordatlantikrats in der Woche ab dem 10. August zur Sprache zu bringen. Dabei dürfte es auch um mögliche Lücken in der Luftraumüberwachung an der östlichen Bündnisgrenze gehen. Für die dünn besiedelte Grenzregion ist vorerst der geringe Abstand zur Gasinfrastruktur der wichtigste Befund: Trotz der Explosion meldeten die Behörden weder Schäden an der Pipeline noch Einschränkungen des Gastransports.
Quellen
- Franceinfo
- Associated Press
- Bulgarisches Energieministerium
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).