Cherson – 04.08.2026: In der südukrainischen Stadt Cherson soll eine ferngesteuerte Drohne am Dienstagmorgen einen zivilen Gemüsehändler verfolgt und nahe seinem Versteck zur Explosion gebracht haben. Nach Angaben der ukrainischen Nationalpolizei befand sich der 52-Jährige auf einem Markt im Stadtteil Tawrijskyj. Als sich die Drohne näherte, versuchte er, hinter einem Fahrzeug Schutz zu finden. Er überlebte den Angriff und wurde in ein Krankenhaus gebracht.
Die Polizei schrieb den Einsatz russischen Streitkräften zu. Ihren Angaben zufolge handelte es sich um eine FPV-Drohne, die über ein Glasfaserkabel gesteuert wurde. Anders als funkgesteuerte Modelle sind solche Systeme weniger anfällig für herkömmliche elektronische Störmaßnahmen. Die Urheberschaft ließ sich zunächst nicht unabhängig bestätigen; eine Stellungnahme der russischen Seite zu diesem konkreten Vorfall war am Dienstagabend nicht bekannt.
Der Mann erlitt laut Polizei ein Explosionstrauma, eine Gehirnerschütterung, ein Schalltrauma sowie Splitterverletzungen an Rücken und Beinen. Sein Zustand wurde als mäßig schwer beschrieben. Die ukrainischen Behörden bezeichneten ihn als unbewaffneten Händler ohne militärische Funktion. Auf Aufnahmen, die von ukrainischer Seite veröffentlicht wurden, ist ein Mann zu sehen, der vor einer Drohne flieht, bevor eine Explosion erfolgt. Ort, Zeitpunkt und vollständiger Ablauf der Szene waren zunächst nicht unabhängig verifiziert.
Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha bezeichnete den Angriff als mögliches Kriegsverbrechen und verlangte eine internationale Reaktion. Ob der Vorfall diesen Straftatbestand erfüllt, müssen Ermittlungsbehörden und Gerichte klären. Dafür wären unter anderem die Identität der Drohnenbesatzung, deren Kenntnis vom zivilen Status des Mannes, die Flugroute, mögliche militärische Ziele in der Umgebung sowie verfügbares Bild- und Funkmaterial von Bedeutung.
Cherson liegt am Westufer des Dnipro, unweit der Front zum russisch besetzten Teil der gleichnamigen Region. Seit der Rückeroberung der Stadt durch ukrainische Truppen im November 2022 steht sie regelmäßig unter russischem Beschuss. Ukrainische Stellen melden dort zivile Tote und Verletzte infolge von Drohnen-, Artillerie- und Raketenangriffen. Wegen der Nähe zu russisch kontrollierten Gebieten können auch kurze Drohnenflüge bewohnte Viertel erreichen.
Die Menschenrechtsbeobachtungsmission der Vereinten Nationen für die Ukraine hatte im Juni vor den Gefahren durch Kurzstreckendrohnen in den Frontgebieten gewarnt. In den von der ukrainischen Regierung kontrollierten Teilen der Region Cherson seien zahlreiche Zivilisten getötet oder verletzt worden. Die Angriffe erschwerten zudem den Zugang zu medizinischer Versorgung, Lebensmitteln und Evakuierungsmöglichkeiten. Der verletzte Händler wurde nach ukrainischen Angaben stationär behandelt.
Quellen
- Franceinfo
- Ukrainische Nationalpolizei
- Menschenrechtsbeobachtungsmission der Vereinten Nationen für die Ukraine
- Gebietsverwaltung Cherson
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).