Wirtschaft

Duralex wartet auf die Entscheidung über seine Zukunft

Das Handelsgericht von Orléans prüft drei Angebote für die Glasmanufaktur Duralex. Für die 243 Beschäftigten geht es um Arbeitsplätze und den Fortbestand des Werks.

Orléans – 12.10.2026: Vor dem Handelsgericht von Orléans entscheidet sich an diesem Montag die Zukunft der Glasmanufaktur Duralex. Drei Bewerber wollen das Unternehmen aus La Chapelle-Saint-Mesmin im Département Loiret übernehmen. Duralex steht seit dem 1. Juni unter gerichtlicher Sanierung. Nun müssen die Richter beurteilen, welches Angebot wirtschaftlich tragfähig ist und den größten Teil der Produktion sowie der Beschäftigung erhalten kann.

Für die 243 Beschäftigten ist die Anhörung mehr als ein Termin im Gerichtskalender. Verhandelt wird darüber, wie viele Arbeitsplätze im Werk bestehen bleiben und ob die industrielle Fertigung am Standort fortgesetzt wird. Selbst das günstigste der bekannten Angebote sieht einen erheblichen Stellenabbau vor. Eine Entscheidung kann noch am Montag fallen; das Gericht könnte sein Urteil allerdings auch zu einem späteren Zeitpunkt verkünden.

Im Rennen sind die Holding Tomé des Unternehmers Cédric Meston, die Industriegruppe Carlesimo und die in Hongkong registrierte Gesellschaft AA Investments. Duralex hatte im September bestätigt, dass nach Ablauf der Bewerbungsfrist drei Angebote vorlagen. Die Konzepte unterscheiden sich nach den bisher veröffentlichten Angaben deutlich in ihrer Finanzierung, ihrer industriellen Ausrichtung und der Zahl der vorgesehenen Arbeitsplätze.

Die Offerte von Tomé soll etwa 155 Stellen sichern, jene von Carlesimo rund 125. Das Angebot von AA Investments richtet sich demnach vor allem auf die Marke und würde nur einen sehr kleinen Teil der Belegschaft übernehmen. Die genannten Beschäftigtenzahlen sind Bestandteile der jeweiligen Übernahmepläne, nicht bereits beschlossene Personalmaßnahmen. Erst die Entscheidung des Gerichts schafft die Grundlage für den weiteren Verlauf.

Duralex war im Sommer 2024 von einer Arbeitnehmergenossenschaft übernommen worden. Das Handelsgericht hatte damals die Fortführung ermöglicht und damit eine Schließung des traditionsreichen Werks abgewendet. Trotz eines Umbaus des Vertriebs und nach Unternehmensangaben gestiegener Umsätze im Jahr 2025 geriet der Hersteller erneut in finanzielle Schwierigkeiten. Die energieintensive Glasproduktion belastet das Unternehmen seit Jahren; hinzu kamen Inflation und schwankende Absatzbedingungen.

Mit einem Verkauf würde auch das bisherige Genossenschaftsmodell enden. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP soll das Gericht im Zuge des Verfahrens die Auflösung der Genossenschaft feststellen. Für die Beschäftigten wäre dies ein weiterer Einschnitt nach mehreren Rettungsversuchen, Eigentümerwechseln und langen Phasen wirtschaftlicher Unsicherheit.

Am Montagnachmittag war noch keine Entscheidung des Handelsgerichts veröffentlicht. Die Richter prüfen neben der Finanzierung der Angebote auch deren industrielle Perspektive und die Zahl der zugesagten Arbeitsplätze. Unabhängig vom ausgewählten Käufer müssen nach den vorliegenden Plänen mehrere Dutzend Beschäftigte das Werk verlassen.

Quellen

  • Franceinfo
  • AFP via Boursorama
  • Duralex SCOP SA
  • Le Parisien
  • Le Monde

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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