Aktuell · 21.07.2026 11:45
Dürre bremst Binnenschifffahrt auf wichtigen Kanälen in Frankreich
Wegen niedriger Wasserstände schränkt Voies navigables de France die Navigation auf mehreren Kanälen ein. Besonders die Nord-Süd-Verbindung über Burgund ist seit dem 21. Juli 2026 stark beeinträchtigt.
Dijon – 21.07.2026: Die anhaltende Dürre schränkt die Binnenschifffahrt in Frankreich weiter ein. Der staatliche Netzbetreiber Voies navigables de France (VNF) hat am Montag neue Maßnahmen für mehrere Wasserstraßen bekannt gegeben. Besonders betroffen ist die Nord-Süd-Verbindung über Burgund. Niedrige Zuflüsse und stark beanspruchte Speicherreserven zwingen den Betreiber dazu, Abschnitte zu sperren oder die zulässige Wassertiefe zu verringern.
Seit dem 21. Juli ist der Kanal zwischen Champagne und Bourgogne für die Schifffahrt geschlossen. Auf dem Canal de Bourgogne hatte VNF bereits die Saone-Seite stillgelegt. Nun wurde auch die Lage auf der Yonne-Seite verschärft: Zwischen Pouilly-en-Auxois und Ancy-le-Franc ist die Navigation seit dem 19. Juli unterbrochen. Ursache sind die sehr geringen Zuflüsse des Armancon und außergewöhnlich niedrige Reserven in den Speicherbecken.
Auf dem Abschnitt zwischen Ancy-le-Franc und Migennes wurde der Wasserstand auf 1,50 Meter abgesenkt, um die verbliebenen Vorräte zu schonen. VNF schließt nicht aus, dass auch dieser Teil bei weiter sinkenden Pegeln kurzfristig gesperrt werden muss. Zusätzlich bleibt der Canal lateral a la Loire ab der Schleuse Thaleine geschlossen. Damit ist eine wichtige Verbindung zwischen Nord- und Südfrankreich für viele Fahrten nur eingeschränkt oder gar nicht nutzbar.
Für Güterschiffe, touristische Anbieter und Hafenlogistik bedeutet dies längere Routen, geänderte Fahrpläne und eine sorgfältigere Planung der Ladungen. VNF bündelt Schiffe auf den betroffenen Strecken möglichst an Schleusen und begrenzt Wasserverluste bei Schleusungen. Die Maßnahmen sollen verhindern, dass die vorhandenen Wassermengen noch schneller aufgebraucht werden, während der Betreiber die sichere Befahrbarkeit der übrigen Netzabschnitte erhalten will.
Die Einschränkungen fallen in eine landesweit angespannte Wasserlage. Das Umweltministerium erklärte am 13. Juli, die Dürre sei in diesem Sommer früh und besonders ausgeprägt. Die natürlichen Abflüsse vieler Flüsse gingen seit Anfang Juni rasch zurück. An der Loire wurden für einen Juli historisch niedrige Werte festgestellt; die Stützung des Niedrigwassers musste vorzeitig beginnen.
Nach Angaben des Ministeriums galten zuletzt in 97 Départements Beschränkungen für die Wassernutzung, darunter 41 auf der höchsten Krisenstufe. VNF hatte seine Speicher zwar vor dem Sommer gefüllt, muss die Vorräte aber früher als üblich einsetzen. Der Betreiber will die Schifffahrtsbedingungen während des Sommers laufend aktualisieren. Ob weitere Sperrungen folgen, hängt vor allem von Niederschlägen, Temperaturen und der Entwicklung der Zuflüsse ab.
Quellen
- Voies navigables de France (VNF)
- Ministerium für ökologischen Wandel Frankreichs
- Franceinfo