Frankreich – 20.09.2026: Nach der Dürre dieses Sommers wird das Viehfutter auf vielen französischen Höfen knapp. Weil ausgetrocknete Weiden kaum noch Gras boten und bereits die Futterernte im Frühjahr schwach ausgefallen war, mussten zahlreiche Betriebe ihre Wintervorräte früher als üblich öffnen. Nach Angaben von Franceinfo suchen Viehhalter nun verstärkt nach Heu und anderem Futter, um ihre Tiere bis zur nächsten Weidesaison versorgen zu können.
Betroffen sind vor allem Rinder-, Milchvieh– und Schafbetriebe, deren Tiere in gewöhnlichen Jahren einen erheblichen Teil ihres Futters auf der Weide finden. Wo fehlender Regen und hohe Temperaturen die Vegetation früh verdorren ließen, begann die Fütterung im Stall bereits im Sommer. Dadurch schrumpften die Bestände an Heu und Silage Monate vor dem Winter. Regional können spätere Schnitte und das sogenannte Nachgras die Lage etwas mildern; nach den Schäden der vergangenen Monate bleibt ihr Ertrag jedoch unsicher.
Für die Höfe ist der Futtermangel vor allem ein wirtschaftliches Problem. Wer seine eigenen Vorräte vorzeitig verbraucht, muss zukaufen. Zum Preis für Heu oder Silage kommen häufig hohe Transportkosten hinzu, weil das Material aus weniger stark betroffenen Regionen herangeschafft werden muss. Milch- und Fleischbetriebe, deren Einnahmen ohnehin unter Druck stehen, verlieren dadurch zusätzlichen finanziellen Spielraum. Wo Futter weder verfügbar noch bezahlbar ist, kann auch eine Verkleinerung der Herden erwogen werden.
Die Betriebe müssen deshalb früher als sonst kalkulieren, wie lange ihre Vorräte reichen. Maßgeblich sind neben der Zahl und dem Bedarf der Tiere auch Qualität und Nährwert des vorhandenen Futters. Eine genaue Bestandsaufnahme kann verhindern, dass erst während des Winters eine Versorgungslücke sichtbar wird. Sie ändert jedoch nichts daran, dass ein knapper Markt die Konkurrenz um verfügbare Mengen und damit die Preise verschärft.
Die französische Regierung hatte am 4. September ein Hilfspaket von mehr als einer Milliarde Euro angekündigt. Es richtet sich an landwirtschaftliche Betriebe, die von außergewöhnlicher Hitze, Dürre und Bränden betroffen sind, und soll die Produktion absichern. Zu den vorgesehenen Maßnahmen gehören Entlastungen für Höfe sowie Erleichterungen bei Lieferungen zwischen unterschiedlich stark betroffenen Gebieten. Wann und in welchem Umfang einzelne Viehhalter davon profitieren, richtet sich nach den jeweiligen Verfahren.
Auch die Regeln für geschützte Agrarerzeugnisse wurden teilweise angepasst. Das Nationale Institut für Herkunft und Qualität ließ wegen der Trockenheit befristete Ausnahmen von einzelnen Produktionsvorgaben zu. Betriebe dürfen damit unter festgelegten Bedingungen von sonst geltenden Anforderungen an Herkunft oder Zusammensetzung des Futters abweichen. Die Sonderregeln sollen verhindern, dass der akute Mangel neben den Erträgen auch die Herstellung regional geschützter Produkte gefährdet.
Quellen
- Franceinfo
- Französisches Landwirtschaftsministerium
- Nationales Institut für Herkunft und Qualität
- Le Parisien
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).