Politik & Gesellschaft

Édouard Philippe will 350 Euro Familiengeld ab dem ersten Kind

Der Präsidentschaftskandidat von Horizons schlägt eine neue Familienleistung vor. Zudem will er die legale Zuwanderung halbieren, das Rentenalter anheben und Mehrarbeit entlasten.

Paris – 08.10.2026: Édouard Philippe hat zentrale Vorhaben für seine Präsidentschaftskandidatur vorgestellt. In der mehr als zweistündigen France-2-Sendung "L'Heure de vérité" sprach der frühere Premierminister am Donnerstagabend über Familienpolitik, legale Einwanderung, Rente, Arbeit und Staatsfinanzen. Die von Caroline Roux moderierte Sendung markierte die Rückkehr eines traditionsreichen politischen Fernsehformats.

Philippes wichtigste familienpolitische Ankündigung ist eine einheitliche Leistung von monatlich 350 Euro ab dem ersten Kind. Das wäre ein Bruch mit dem bisherigen französischen System, in dem reguläre Familienleistungen grundsätzlich erst vom zweiten Kind an gezahlt werden. Nach seinen Angaben sollen auch Alleinerziehende die neue Unterstützung erhalten. Wie sie finanziert und ob sie nach Einkommen gestaffelt werden soll, führte Philippe nicht abschließend aus.

Für Familien mit mittleren Einkommen schlug er zusätzlich eine Steuerermäßigung von etwa 3000 Euro vor. Sie soll in den ersten drei Jahren nach der Geburt jedes Kindes gelten. Philippe verbindet damit eine direkte Geldleistung mit steuerlicher Entlastung. Er richtet sich an Haushalte, deren Einkommen für manche Sozialleistungen zu hoch ist, die aber steigende Ausgaben für Wohnen, Betreuung und den täglichen Bedarf tragen müssen.

In der Migrationspolitik kündigte der Vorsitzende von Horizons an, die legale Einwanderung halbieren zu wollen. Wie sich diese Vorgabe auf Arbeitsmigration, Familiennachzug oder ausländische Studierende verteilen soll, blieb offen. Ihre Umsetzung würde konkrete Änderungen bei Visa und Aufenthaltsrechten sowie gegebenenfalls Absprachen mit Herkunftsstaaten erfordern.

Philippe bekräftigte außerdem seine Rentenpläne. Das gesetzliche Rentenalter soll schrittweise auf 65 Jahre steigen, die erforderliche Beitragsdauer auf 45 Jahre. Rund ein Drittel der Beschäftigten solle nach seiner Darstellung von diesen Vorgaben ausgenommen werden. Nicht festgelegt hat er bislang, ob er das Vorhaben über ein Parlamentsgesetz, ein Referendum oder Verordnungen durchsetzen will.

In der Arbeitsmarktpolitik plädierte Philippe dafür, Mehrarbeit von Sozialabgaben zu befreien. Beschäftigte sollten dadurch netto mehr verdienen, während zusätzliche Arbeitsstunden für Unternehmen günstiger würden. Für einen Arbeitnehmer zum Mindestlohn bezifferte er den möglichen Vorteil auf 1000 Euro jährlich. Offen ist, wie die dadurch entstehenden Mindereinnahmen der Sozialversicherungen ausgeglichen würden.

Auch für den Staatshaushalt nannte Philippe ein Ziel: Bis zum Ende einer möglichen fünfjährigen Amtszeit will er das Defizit auf zwei Prozent der Wirtschaftsleistung senken. Die Hälfte der Konsolidierung soll über die Sozialausgaben erreicht werden, ein Viertel über die Gebietskörperschaften. Damit läge Frankreich unter der europäischen Defizitgrenze von drei Prozent.

Quellen

  • Franceinfo
  • France Télévisions
  • Agence France-Presse via Bourse Direct

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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