Politik & Gesellschaft

Édouard Philippe will das Rentenalter auf 65 Jahre anheben

Der Präsidentschaftskandidat von Horizons fordert schrittweise ein Rentenalter von 65 Jahren und 45 Beitragsjahre. Damit geht sein Vorschlag über die Reform von 2023 hinaus.

Paris – 29.09.2026: Édouard Philippe hat für den Präsidentschaftswahlkampf 2027 eine weitere Verschärfung der französischen Rentenregeln angekündigt. Der frühere Premierminister und Vorsitzende der Partei Horizons will das gesetzliche Rentenalter für Menschen, denen längeres Arbeiten möglich ist, schrittweise auf 65 Jahre anheben. Zugleich soll die für eine abschlagsfreie Rente erforderliche Beitragszeit auf 45 Jahre steigen.

Philippe begründet den Vorstoß mit der Finanzierung des umlagefinanzierten Systems. Er wolle dessen Gleichgewicht wiederherstellen, erklärte er nach Angaben von Franceinfo. Damit setzt der bereits von Horizons nominierte Kandidat früh einen sozialpolitischen Schwerpunkt. Die Rente zählt seit Jahren zu den konfliktreichsten Themen der französischen Innenpolitik.

Der Vorschlag geht deutlich über das geltende Recht hinaus. Derzeit steigt das gesetzliche Mindestalter abhängig vom Geburtsjahr schrittweise von 62 auf 64 Jahre. Für eine Rente ohne Abschlag vor dem Alter von 67 Jahren ist außerdem eine bestimmte Versicherungsdauer erforderlich. Bei den jüngeren betroffenen Jahrgängen sind es bis zu 172 Quartale oder 43 Jahre. Philippes Ziel von 45 Jahren entspräche 180 Quartalen.

Die Reform von 2023 hatte den Übergang zu 64 Jahren und 43 Beitragsjahren festgeschrieben. Sie löste landesweite Proteste aus und blieb auch nach ihrem Inkrafttreten politisch umkämpft. Die weitere Anwendung wurde später in Teilen zeitlich verschoben. Ein mit der Beobachtung des Rentensystems befasstes Gremium empfahl im Juli 2026, die Umsetzung ab 2028 fortzuführen. Philippe fordert nun zusätzlich ein höheres Mindestalter und zwei weitere Beitragsjahre.

Die Finanzlage bildet den Hintergrund der Debatte. Der Conseil d'orientation des retraites, das unabhängige Beratungsgremium für Rentenfragen, rechnet in seinem Jahresbericht vom Juni 2026 auch für dieses Jahr mit einem Defizit. Langfristig wird das System vor allem durch das Verhältnis zwischen Beitragszahlern und Rentenbeziehern, die Ausgabenentwicklung und die Erwerbsquote älterer Menschen belastet.

Ungeklärt ist bislang, wie Philippe seine Einschränkung auf Menschen, die länger arbeiten können, gesetzlich fassen will. Er nannte weder Kriterien für körperlich belastende Berufe noch Regeln für lange Ausbildungszeiten, Erwerbsunterbrechungen oder Arbeitslosigkeit. Solche Faktoren bestimmen maßgeblich, ob 45 Beitragsjahre überhaupt erreichbar sind.

Der Plan kombiniert zwei Instrumente mit unterschiedlichen Folgen. Das höhere Mindestalter würde den frühestmöglichen Rentenbeginn ganzer Jahrgänge verschieben. Die längere Beitragszeit träfe besonders Menschen mit spätem Berufseinstieg oder lückenhaften Erwerbsbiografien. Beschließen könnten eine solche Änderung erst Parlament und Regierung. Bislang ist sie eine programmatische Forderung des Präsidentschaftskandidaten Philippe.

Quellen

  • Franceinfo
  • Horizons
  • Service-Public.fr
  • Conseil d'orientation des retraites
  • Vie publique

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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